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Wie ich mich während einer Expedition durch die Wüste ernähre

Morgen in drei Wochen geht sie los – die EXPEDITION KAVIR. Zu Fuß alleine 700 km durch die Kavir Wüste im Iran. Das Kribbeln nimmt zu; die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Ein Aspekt bei der Expedition ist das Thema Ernährung. Was nehme ich mit? Nach welchen Kriterien wähle ich meine Verpflegung aus? Über das und vieles mehr spreche ich in diesem aktuellen Video.

Du musst schon da sein, bevor du ankommst

Dass sportliche Höchstleistungen wie mein 700 Kilometer-Lauf durch die Kavir Wüste im Iran mit körperlichem Training möglich sind, ist für viele verständlich. Doch unser Gehirn ist ebenso trainierbar. Der am besten trainierte Körper hilft dir nicht weiter, wenn du ihn nicht richtig einsetzen kannst. Trainieren kann fast jeder, aber seine Leistung im richtigen Augenblick zu erbringen, ist Kopfsache. Bei einem langen Wüstenlauf werden gut achtzig Prozent im Kopf entschieden. Je länger die Distanz, je unwägbarer die Expedition, umso wichtiger wird die mentale Stärke.

Die Fähigkeit, das gewünschte Ziel klar vor Augen zu führen, ist Vorstellungskraft

Für mich spielt das geistige Training beziehungsweise das Mentaltraining eine ungemein wichtige Rolle in meiner Vorbereitung. Besonders mit meiner Vorstellungskraft arbeite ich. Die Fähigkeit, das gewünschte Ziel klar vor Augen zu führen, ist Vorstellungskraft. Vorstellungskraft heißt: Du musst alles zweimal aufbauen. Zuerst in deinem Geist und dann, mit zeitlicher Verzögerung, in der Realität. Vor meiner Expedition im Iran habe ich mir Bilder von der Route, von den einzelnen Etappenabschnitten, von der Wüste und vor allem vom Zielort besorgt. Bilder sind der Rohstoff zum Trainieren unserer Vorstellungskraft. Ich habe ein tägliches Ritual entwickelt. Jeden Abend vor dem Einschlafen nehme ich mir immer ein paar Minuten Zeit und stelle mir meine Expedition in allen Einzelheiten vor. Ich male mir beispielsweise einzelne Streckenabschnitte aus. Oder ich denke an mögliche kritische Situationen, die ich mit Bravour meistere. Und ich stelle mir immer wieder vor, wie ich mit Freudentränen in den Augen in der Wüstenstadt Yazd ankomme. Ich nehme die Einsamkeit der Wüste in mir wahr, spüre dieses sagenhafte Kribbeln in meinem Körper, das vom Kopf bis zu den Fußspitzen reicht. Ich fühle die Gänsehaut, die mich auf den letzten Metern meines Zieleinlaufs begleitet. Auf meiner Zunge schmecke ich schon den Geschmack einer eisgekühlten Cola, die ich in Yazd genüsslich zu mir nehme. Diese Szenarien stelle ich mir wieder und immer wieder vor und benutze dabei alle meine fünf Sinne.

Unser Unterbewusstsein kann nicht zwischen Vorstellung und Realität unterscheiden

Ich mache also nichts anderes, als mein großes Ziel, meinen Wüstenlauf, zu visualisieren. Dabei entwickle ich mithilfe meiner Vorstellungskraft das Gefühl der Gewissheit, dass ich es schaffen werde. Ich lasse in meinem Kopf wiederholt das Bild ablaufen, wie ich diese Expedition erfolgreich beenden werde. Und schon jetzt, vier Wochen bevor ich loslaufe, verfüge ich über so viele positive Erfahrungen, dass ich mir meines Erfolgs sicher bin. Der entscheidende Punkt dabei ist: Unser Unterbewusstsein kann nicht zwischen Vorstellung und Realität unterscheiden. Eine bereits erlebte Erfahrung hat also den gleichen Stellenwert für unser Gehirn wie ein Erlebnis, dass ich mir sehr intensiv vorstelle, welches aber noch nicht eingetreten ist.

Du musst schon da sein, bevor du ankommst

Du musst schon da sein, bevor du ankommst. Daran glaube ich. Ich bin jetzt schon in der Kavir Wüste, lange, bevor ich es dann in ein paar Wochen in die Tat umsetzen werde. Unsere Fähigkeit zur Vorstellung ist die eigentliche Grenze im Leben. Was du dir vorstellen kannst, wirst du auch erreichen. Unsere Vorstellungskraft hat eine ungemein große Macht. Der Geist bestimmt über unseren Körper. Wenn mich jemand fragt, was bei einem Extremlauf über Erfolg oder Misserfolg bestimmt, dem antworte ich: der Kopf. Der Kopf ist stärker als unser Körper. Der Kopf gibt die Befehle an unseren Körper, der diese Befehle dann ausführt.

Der Ausgangspunkt, die Ursache, für alle großen Leistungen und Taten ist immer ein Gedanke aus deiner Vorstellungskraft. Die Vorstellungskraft befähigt dich, beliebige Gedanken zu entwickeln und so neue Ideen entstehen zu lassen. Mithilfe der Vorstellungskraft lässt sich ein gewünschter Zustand, ein Ziel, erreichen – zunächst nur im Kopf und dann in der Realität.

Viele Menschen scheitern, weil sie zum einen ihre Vorstellungskraft nicht bewusst einsetzen oder überhaupt nicht entwickelt haben. Der zweite Grund für das Scheitern ist, dass sie kein klares Ziel haben oder ihr Ziel gefühlsmäßig nicht annehmen können. Wenn du etwas gefühlsmäßig nicht annehmen kannst, gelangt es nicht in dein Unterbewusstsein, weil du an das Ziel nicht aus deinem tiefsten Inneren glaubst. Du kannst fast alles erreichen, wenn du es dir vorstellen und dich gefühlsmäßig darauf einlassen kannst.

 

Bild (Copyright Christian Frumolt)

Kilometer um Kilometer für die EXPEDITION KAVIR

Morgen in vier Wochen fliege ich in den Iran. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht. Die Vorfreude auf dieses Abenteuer und das Kribbeln im Bauch nehmen fast täglich zu. Jeden Tag beschäftige ich mich mit meinem großen Ziel, studiere die Route, lese im Reiseführer, recherchiere im Internet zu Land und Leute, teste meine Ausrüstung … und trainiere.

Denn bevor ich am 17. Oktober 2016 in den Flieger Richtung Teheran steige, ist noch einmal verstärkt Training angesagt. Es geht in die heiße Phase… Der September ist der Monat mit dem größten Kilometer Umfang und den längsten Trainingseinheiten. Beispielsweise bin ich vergangene Woche an zwei aufeinander folgenden Tagen jeweils einen Marathon gelaufen – moderat in 6:00 bis 6:30 Minuten pro Kilometer. Bepackt mit ein paar Riegeln und Nüssen sowie Isomatte und Schlafsack, bin ich nachmittags von zuhause in Waldbronn losgelaufen. Ziel: Der Hohlohturm bei Kaltenbronn im Nordschwarzwald. Eine meiner absoluten Lieblingsrouten. Über schmale Trails und breite Forstwege ging es durch den Schwarzwald, für mich eine der schönsten Landschaften Deutschlands. Es war ein Genuss, die heimische Natur und die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut zu spüren. Vorbei am Bernstein und der Teufelsmühle mit jeweils überragenden Aussichten über das Rhein-Murg-Tal ging es weiter. Kurz vor Dunkelheit erreichte ich glücklich und zufrieden den Hohlohturm. Da ich auch in der Wüste unter freiem Himmel schlafen werde, rollte ich meinen Schlafsack aus und machte es mir bequem. Es ist für mich immer wieder aufs Neue ein wunderbares Gefühl, mitten in der Natur zu nächtigen. Was ich am beeindruckendsten fand, war die absolute Stille. Keine Stimmen, keine Handys, keine Autos… Nur ein paar Wildschweine haben gegrunzt 😉

Das Abendessen – bestehend aus Walnüssen und ein paar Salami Sticks – schmeckten in dieser traumhaften Kulisse wie ein 5-Gänge-Menü in einem Nobelrestaurant. Mir geht es in der Vorbereitung immer darum, den Charakter einer Expedition so gut es geht vorab zu simulieren. Dazu gehören immer, neben dem Lauftraining, das Testen der Ausrüstung und das Schlafen unter freiem Himmel.

Momentan bewege ich mich bei gut 120 – 130 Laufkilometern pro Woche. Ende diesen Monats und Anfang Oktober kommen vor allem lange Laufeinheiten mit dem Trekpacker hinzu. Eine Marathondistanz einfach so zu laufen ist das eine; dieselbe Strecke mit Ziehwagen und gut 40 kg Gepäck zu laufen ist schon wesentlich anspruchsvoller. Der Oberkörper, speziell die Rumpf- und Armmuskulatur, wird bei dieser Art Laufen viel stärker beansprucht. Mein Fokus beim Lauftraining liegt dabei gar nicht so sehr auf der Geschwindigkeit, als vielmehr auf den gelaufenen Kilometern und der Gesamtdauer. Elementar wichtig sind auch organisatorische Fragen. Sitzt der Hüftgurt optimal? Wie schnell komme ich mit dem Trekpacker auf Schotterboden voran? Welche Ausrüstungsgegenstände packe ich wie in den Rucksack (der auf der Metallplatte des Trekpackers fixiert ist)?

An das Laufen mit dem Trekpacker habe ich mich mittlerweile ganz gut gewöhnt. Was mir weniger Freude bereitet (da bin ich ganz offen und ehrlich) ist das Krafttraining. Ich kann stundenlang durch die Natur laufen, aber beim Muskeltraining ist der innere Schweinehund bei mir häufig ganz laut. Vielleicht kennt ihr diese Situation auch? Ich habe es mir deshalb angewöhnt, jeden Tag nur zehn Minuten ein kurzes und gleichzeitig effektives Krafttraining durchzuziehen. Nur zehn Minuten! Dabei führe ich zum einen Übungen mit meinem Körpergewicht wie beispielsweise die gute alte Liegestütz durch. Und ich bin ein Freund der Kettlebells. Diese Kugelhanteln sind schon eine tolle Erfindung. Ich habe sie vor zwei Jahren durch einen Lauffreund kennen gelernt und bin ein richtiger Fan von dieser Art des Trainings geworden.

Während ich in meinem Büro sitze und diese Zeilen schreibe, freue ich mich schon auf meine Laufrunde heute Nachmittag. Obwohl sich bei 15 Grad und Dauerregen mein innerer Schweinehund eben kurz gemeldet hat und mit meiner Entscheidung nicht ganz einverstanden ist, sehne ich mich danach, meine Laufschuhe zu schnüren, raus zugehen und loszulaufen.

Alleine durch die Wüste – aber warum bloß?

Warum machst du das? Warum läufst du alleine durch die Wüste? Um was geht es dir dabei? Diese Fragen bekomme ich regelmäßig gestellt. Besonders vor einem großen Abenteuer wie der EXPEDITION KAVIR. Heute in fünf Wochen komme ich in Teheran, der Hauptstadt des Iran, an. Die Frage des Warum stelle ich mir selbst auch immer wieder. Warum begebe ich mich auf diese Abenteuerreise?

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EXPEDITION KAVIR: Mein neues Abenteuer wartet

In den letzten Wochen habe ich es schon das eine oder andere Mal kurz angerissen. Bis jetzt hielt ich mich immer noch ein wenig bedeckt. Doch heute freue ich mich ganz besonders, euch mein neues Abenteuer vorzustellen: die EXPEDITION KAVIR. Es geht wieder in die Wüste. Dieses Mal – und das lässt mein Herz höher schlagen – durch eine der beiden großen Wüsten im Iran. Während ich hier in meinem Büro in Waldbronn sitze und diese Zeilen schreibe, kribbelt es in mir. Allein, wenn ich über dieses Ziel nachdenke. Iran, das alte Persien, die antiken Ruinen von Persepolis, neugierige, hilfsbereite und gastfreundliche Menschen, imposante Moscheen – dies sind nur einige Bilder, die ich im Kopf habe.

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„Für mich sind Extremläufe Abenteuerspielplätze und ich werde wieder zum Kind“

LIVE YOUR ADVENTURE – 40 faszinierende Ultratrails, so lautet der Titel meines neuen Buchs. Die 40 darin beschriebenen Ultratrails dienen als Anregung, Orientierung und Impuls. LIVE YOUR ADVENTURE ist eine Aufforderung, raus zu gehen, die Laufschuhe zu schnüren und die Natur zu Fuß zu erkunden.

Ein weiterer, wesentlicher Bestandteil des Buches sind die acht Experten-Interviews. Gespräche mit Persönlichkeiten aus ganz unterschiedlichen Bereichen des Trailrunnings, die auf ihrem Gebiet eine enorm hohe Kompetenz aufweisen und ihr Wissen und ihre Erfahrungen in diesem Buch mit uns teilen. Einer davon ist Rafael Fuchsgruber, einer der besten Wüstenläufer im deutschsprachigen Raum. Mit ihm habe ich über Wüstenläufe, die Motivation dafür, über Rückschläge und den Sinn des Lebens gesprochen. Einen Auszug des Interviews findet ihr heute in diesem Blog.

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Rituale: Die unsichtbaren Fäden des Erfolgs

Stell dir vor: Es ist ein ungemütlicher Tag im Oktober. Draußen hat es frische fünf Grad Celsius, ein stürmischer Wind geht und Regen peitscht gegen die Fensterscheibe deines Zimmers. Wie gut, dass du hier im beheizten und warmen Büro sitzt und von dem ungemütlichen Wetter draußen nichts mitbekommst, denkst du dir. Du hast dir jedoch für heute fest vorgenommen: „Heute Abend nach Feierabend gehe ich dreißig Minuten laufen.“ Diesen Vorsatz hegst du bereits lange und heute willst du endlich Taten folgen lassen. Doch dein Arbeitstag verläuft, wie gewohnt, stressig und du hetzt von einem Meeting in das nächste. Und je näher der Feierabend rückt, umso unwohler fühlst du dich in deiner Haut. „Eigentlich habe ich gar keine Lust bei diesem Wetter joggen zu gehen.“

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Auf dem Dach Afrikas

Gipfel

Nun bin ich bereits, während ich diese Zeilen hier schreibe, seit ein paar Tagen zuhause und habe mich wieder an den deutschen Alltag einigermaßen akklimatisiert. Die vergangenen zwei Wochen in Tansania waren unglaublich erlebnisreich und haben mich emotional sehr bewegt. Diese Reise nach Ostafrika war für mich etwas ganz Besonderes. Und das aus mehreren Gründen.

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Afrika. Ruanda. Ich bin bereit.

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Der Countdown läuft. In 48 Stunden bin ich bereits unterwegs zum Flughafen nach Stuttgart. Um 11:40 Uhr geht mein Flieger über Istanbul nach Kigali, der Hauptstadt Ruandas. Ich bin sehr gespannt auf dieses Land. Mein Kumpel und Fotograf Christian reist bereits seit 17 Tagen durch Ruanda und Uganda und kommt aus dem Schwärmen kann nicht mehr heraus. Seine grandiosen Bilder und vielfältigen Eindrücke rufen immer wieder aufs Neue eine Gänsehaut bei mir hervor:

http://frumoltblog.com/2015/02/07/leerlauf-pause-abwarten/

In Ruanda werde ich nicht allzu viel laufen. Ganz ehrlich nicht. Mein Fokus richtet sich dieses Mal ausschließlich auf Land und Leute. Also, ein reiner Urlaub? Hhmm, auch nicht. Denn in meinem Kopf taucht immer wieder das Bild meiner nächsten großen Laufexpedition auf. Diese wird im Jahr 2017 stattfinden. Doch es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an dieses Vorhaben denke. Ostafrika wird dabei die entscheidende Rolle spielen.

Mittendrin in Afrika

Was ist Dein nächstes sportliches Ziel? Diese Frage bekam ich in den letzten Tagen und Wochen immer wieder gestellt. Nachdem ich abenteuer- und expeditionstechnisch in den letzten Jahren überwiegend in Asien und Südamerika unterwegs war, habe ich mir für die nächsten drei Jahre „Afrika“ auf meine Zieleliste geschrieben. Ein großes Abenteuer führe ich dort in 2017 durch. Daran arbeite ich heute schon mit Hochdruck. Schon vorab sei gesagt: Dies wird mein mit Abstand längster Lauf werden und mich durch mehrere Länder Afrikas führen.

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