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Stolpersteine: Kleine Dinge – Große Auswirkungen

Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel.

(Konfuzius, 551 –470 v. Chr.)

Verdammt, ist das ärgerlich! Eben ist mir beim Bergablaufen ein winzig kleiner Stein in den Schuh gerutscht. Bei meinem rechten Schuh hat sich vor einer Stunde meine Gamasche gelöst, die dafür sorgt, dass der Schuh frei von Steinen bleibt. Halb so wild, denke ich mir. Ich habe schon fast 90 Kilometer zurückgelegt. Noch über 70 trennen mich vom Ziel. Ich sollte kurz anhalten und den Schuh ausziehen. Doch dann verliere ich Zeit, kommt es mir gleich in den Sinn. Ist ja nur ein kleiner Stein, relativiere ich den Zustand. Beim nächsten Verpflegungspunkt reicht es ja noch aus.  (mehr …)

Absolut: Es geht nur um dich

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.

(Soren Kierkegaard, 1813–1855)

Immer wieder ein Abenteuer zu suchen, ins Unbekannte aufzubrechen, eine völlig neue Erfahrung zu machen, fasziniert mich ungemein. Das stellt für mich die Essenz des Lebens dar. Pure Lebensfreude. Aber auch das traditionelle Laufen und die klassische Leichtathletik begeistern mich nach wie vor. Vor Mittelstrecken wie beispielsweise einem 800 Meter-Lauf habe ich allergrößten Respekt. In diesem Sport entscheiden oft Hundertstelsekunden über Gold, Silber und Bronze. Ein Rennen, das mir bis heute sehr lebendig in Erinnerung geblieben ist, war der Finallauf über 800 Meter bei den Olympischen Spielen in London im Jahr 2012.

Ich habe dieses Ereignis deswegen noch lebhaft vor Augen, weil bei diesem Rennen alle acht Läufer unter einer Zeit von 1:44 Minuten blieben, was es zuvor noch niemals gegeben hatte. Sieben der acht Finalisten stellten eine persönliche Bestzeit auf. Unglaublich! David Rudisha, ein Ausnahmeläufer aus Kenia, gewann dieses Finale und stellte mit seiner Zeit von 1:40:91 Minuten einen neuen Weltrekord auf. Damit verbesserte er seine eigene Bestzeit, die er vor zwei Jahren in Rieti aufgestellt hatte, um eine Zehntelsekunde. Was viele Menschen vielleicht nicht mehr wissen: Der zweitplatzierte Nijel Amos aus Botswana lief mit 1:41:73 Minuten die achtbeste Zeit aller Zeiten und stellte einen neuen Junioren-Weltrekord auf. Er machte das Rennen seines Lebens und lief eine neue persönliche Bestzeit. Ein riesengroßer Erfolg. Doch er wurde mit seiner Rekordzeit eben „nur“ Zweiter. Doch jetzt kommt es darauf an! Was war sein Ziel gewesen? War es sein Ziel, sein Bestes zu geben und einen persönlichen Rekord aufzustellen? Dann fühlte er sich mit seiner Silbermedaille wie im siebten Himmel. Oder war es sein Ziel, der Beste zu sein und Gold zu gewinnen? Dann war Nijel Amos gescheitert. Er würde den zweiten Platz als bittere Niederlage empfinden.

Gold zu holen – das klingt nach einem absoluten Ziel, es ist aber nur ein relatives. Warum? Weil die Leistung eines Menschen immer mit der von anderen verglichen wird. Viele Menschen setzen ihre Ziele in Konkurrenz zu anderen, also in Relation zu deren Leistung. Sie orientieren sich am Außen. Das ist kontraproduktiv. Relative Ziele sind der direkte Weg in die permanente Unzufriedenheit, denn es gibt fast immer jemanden, der besser ist als du.

Deshalb: Vergleich dich nicht mit anderen. Ein relatives Ziel kann nie deine eigene Leistung messen, denn die Umstände, die einen Menschen an die Spitze bringen, liegen nicht in deiner Hand. Alles, worüber du bestimmst, ist deine eigene Leistung. Setz dir deshalb absolute Ziele. Lauf doch lieber dein eigenes Rennen, geh deinen eigenen Weg, begib dich auf deine eigene Reise. Das ist zugegebenermaßen nicht immer einfach. Schon in frühester Kindheit bekommen wir das Konkurrenzdenken und das Vergleichen mit anderen eingeimpft. „Schau mal, der Peter, der hat ein Tor mehr geschossen als du.“ „Ja, unser Georg ist schon mit acht Monaten gelaufen.“ „Und unsere Katharina ist Klassenbeste und hat fünf Einser im Zeugnis stehen.“ Durch die Beschallung der Medien wird das „Besser-als-jemand-anders-sein“-Denken weiter angestachelt.

Bei meinen sportlichen Projekten setze ich mir nur absolute Ziele. Eine bestimmte Platzierung interessiert mich schon seit Jahren nicht mehr. Das war zu Beginn meiner Laufkarriere noch bedeutend für mich. Doch seit ich mich nicht mehr mit anderen im Wettbewerb messe, ist meine Zufriedenheit beim Laufen viel höher. Ich kreiere mir meine eigenen Laufabenteuer. Das mache ich nicht, um einzigartig zu sein und mich von der Masse der Läufer abzuheben. Mir geht es vor allem um die Qualität einer Erfahrung, um die Intensität eines Erlebnisses, um das eigentliche Abenteuer. Dies lässt sich sowieso nicht auf Minuten und Sekunden bestimmen.

Mein Impuls

Vergleich dich nicht mit anderen. Gib dein Konkurrenzdenken auf. Ein relatives Ziel kann nie deine eigene Leistung messen, denn die Umstände, die einen Menschen an die Spitze bringen, liegen nicht in deiner Hand. Alles, worüber du bestimmst, ist deine eigene Leistung. Setze dir deshalb absolute Ziele.

Es geht nicht darum, besser als jemand anders zu sein. Es geht nur darum, besser als dein früheres Selbst zu sein. Frag dich deshalb immer, wenn du dir ein Ziel setzt: Ist es ein absolutes oder ein relatives Ziel?

Pausen: Auf die Balance zwischen Belastung und Erholung kommt es an

Was keine Pause kennt, ist nicht dauerhaft.

(Publius Ovidius Naso, 43 v. Chr.–17 n. Chr.)

Meine sportlichen Abenteuer bewegen sich oft am Limit. Die Belastungen für Körper und Geist gehen natürlich an die Substanz, deshalb ist es enorm wichtig, sie auch entsprechend zu kompensieren. Mein Erfolgsgeheimnis lautet dabei: Pausen. (mehr …)

Momentum: Dynamik schlägt Disziplin

Aller Anfang ist schwer.

(Sprichwort)

Die Schotterpiste nimmt einfach kein Ende. Sie führt kreuz und quer über die Insel. Mal geht es bergauf, mal bergab. Nur selten verläuft der Weg in der Ebene. Um mich herum nichts als Natur. Grenzenlose Weite und beängstigende Einsamkeit umgeben mich. Keine Menschenseele weit und breit. (mehr …)

Selbstbeeinflussung: Was Worte schaffen können

Worte sind die mächtigste Droge, welche die Menschheit benutzt.

(Joseph Rudyard Kipling, 1865–1936)

Bei einer Laufexpedition wie in Australien durchlebte ich ständig Hoch und Tiefs. Muskelprobleme, Magenbeschwerden, mentale Krisen – der ganze Körper wird bei solch einem Rennen extrem beansprucht. Die Kunst bestand darin, in Krisensituationen weiterzulaufen und nicht aufzugeben. Wie ging das? Ich begann beispielsweise ganz automatisch Selbstgespräche zu führen. „Das ist ein toller Lauf in einer atemberaubenden Landschaft. Ich bin echt froh, dass ich hier sein darf.“ So und so ähnlich lief das bei mir ab. Vor allem sprach ich mir immer wieder folgenden Satz vor: „Ich schaffe es. Ich schaffe es. Ich schaffe es. Ich schaffe es.“ Wieder und immer wieder. (mehr …)

Probleme: Grundlage für das persönliche Wachstum

„Die Erfindung des Problems ist wichtiger als die Erfindung der Lösung; in der Frage liegt mehr als in der Antwort.“

(Walther Rathenau, 1867–1922)

Es gibt in unserem Leben keine Probleme, nur Chancen und Möglichkeiten. Kennst du diesen Satz? Es ist eine der typischen Aussagen mancher Motivationstrainer. Tatsache ist, dass wir alle Probleme in unserem Leben haben. Jeder Mensch, unabhängig von seinem Status, seiner Kultur und seiner Herkunft hat Probleme. Wirklich jeder. Das ist das Leben. Okay, wir können zu einem Problem Herausforderung, Chance oder Möglichkeit sagen, das hört sich vielleicht charmanter an, letztendlich bleibt es aber ein Problem. In unserem ganzen Leben geht es darum, Probleme zu meistern. Denn: Wenn ich ein Problem gelöst habe, tritt schon das nächste auf. Und wenn ich dieses gemeistert habe, kommt wieder eines. (mehr …)

Visualisierung: Warum es so wichtig ist, seine Ziele aufzuschreiben – Teil II

Im letzten Blogbeitrag habe ich Dir bereits erklärt, wieso es so wichtig für uns ist, dass wir uns unsere Ziele aufschreiben. Heute möchte ich Dir eine Art Anleitung mit auf den Weg geben, wie Du das Prinzip der Schriftlichkeit am effektivsten für Dich nutzt.

Das tägliche bewusste Auseinandersetzen mit unseren Zielen ist entscheidend. Es gibt nur einen Weg, damit du deine Ziele wirklich angehst und schlussendlich auch erreichst: Schreib sie auf! (mehr …)

Mein neues Abenteuer im Kaukasus: Die Expedition SEA2SEA

Wenn Ihr meinen Newsletter abonniert habt, konntet Ihr bereits erste Informationen zu meinem nächsten Abenteuer erhalten. Nun ist es bereits März und deshalb möchte ich Euch hier und heute verraten, weshalb es für mich langsam spannend wird: (mehr …)

Visualisierung: Warum es so wichtig ist, seine Ziele aufzuschreiben – Teil I

Wer schreibt, der bleibt.

(Volksmund)

Eine der längsten Strecken, die ich bisher je gelaufen bin, ist das Grand Union Canal Race in England. Dieses Rennen geht über insgesamt 145 Meilen, 232 Kilometer – am Stück. Das sind fünf ausgewachsene Marathonläufe plus einem Halbmarathon. Bei dem Rennen startest du im Zentrum von Birmingham und läufst dann nonstop, innerhalb von maximal 45 Stunden, nach London. (mehr …)

Authentizität: Sei Du selbst

Wer einmal sich selbst gefunden, der kann nichts auf dieser Welt verlieren.

(Stefan Zweig, 1881–1942)

Es ist der 9. Januar 2006. Mit einem Kribbeln im Bauch verlasse ich an diesem kalten Morgen die Jugendherberge in München. Ich bin nervös und angespannt – von Kopf bis Fuß. Mein erster Arbeitstag bei meinem neuen Arbeitgeber steht an. Als Junior Consultant habe ich vor zwei Monaten meinen Arbeitsvertrag bei einem Beratungshaus in München unterschrieben, das sich auf die Implementierung und Beratung von Software spezialisiert hat. Mit Anzug und Krawatte, wie es sich für einen Unternehmensberater gehört, fahre ich an diesem ungemütlichen Montagmorgen nach München-Forstenried. (mehr …)