In zwei Tagen ist es soweit. Ein neuer Wüstenlauf steht für mich auf dem Programm. Dieses Mal zieht es mich in die Rub al-Khali, die größte Sandwüste der Welt im Oman. Ich kann es kaum erwarten, denn Expeditionen dieser Art unterscheiden sich deutlich von anderen.

Die Wüste bietet Raum. Raum für wesentliche Dinge. Für weitreichende, klärende Gedanken. Durch die vermeintlich unendliche Weite der Wüste wird man stundenlang mit wenigen, aber intensiven Gegebenheiten konfrontiert: Das extreme Wetter, die Einsamkeit, der Dschungel der eigenen Gedanken. Um konzentriert zu laufen und mich den Umständen ideal anpassen zu können, muss ich mich stark reduzieren, sowohl beim physischen, als auch beim seelischen Gepäck.

Dieser notwendige Minimalismus ist genau das, was ich beim Wüstenlauf so unglaublich schätze. Man kann für die Dauer der Expedition einmal alles von sich werfen, was man im Alltag mit sich herum schleppt. Die vielen Stunden durch Sand, Staub und Hitze bieten viel Gelegenheit, lang aufgeschobene Probleme und Pläne endlich aufzuarbeiten und anzupacken. Nach einem Wüstenlauf komme ich stets viel aufgeräumter zurück, als ich es vor Reiseantritt war. Die Einsamkeit ängstigt mich nicht, denn sie Zeit mit mir alleine ist wichtig, um immer wieder zu mir selbst zu finden und mir meiner Stärken und Schwächen neu bewusst zu werden, ich sorge auf diese Art für mein persönliches „Update“.

Diese wichtigen und beeindruckenden Erkenntnisse, die solch ein Wüstenlauf mit sich bringt, möchte ich bei der am folgenden Freitag beginnenden Expedition in den Oman meinen Begleitern vermitteln, sie teilen. Ich führe diesen Lauf dieses Mal nicht alleine aus. Es wird ein Expeditions-Seminar werden. Menschen, Läufer, die sich und ihre Persönlichkeit neu kennenlernen, ihren eigenen Fokus finden und ihre Grenzen, ihre Perspektiven verrücken möchten, begleiten mich. Sie laufen gemeinsam mit mir durch diese unglaublich gigantische Sandwüste und lernen von mir, was ich auf all meinen Läufen an Wissen und Erfahrung sammeln und positiv für mich und meine Persönlichkeit verwerten durfte.

Nach wie vor ist die Atacama-Wüste für mich – selbst in Gedanken – die Insel der Ruhe, wenn im Alltag einmal alles zu viel wird. Dann ziehe ich mich zurück, blende alles um mich herum aus und denke mich zurück in diese Expedition, welche mich erstmalig durch eine Wüstenlandschaft führte. Ich wünsche mir für meine Teilnehmer einen ähnlichen Effekt, von dem sie noch lange, lange zehren können.

So weit wie es die Gegebenheiten vor Ort in der Rub al-Khali zulassen, halte ich Euch während meines Expeditions-Seminars anhand von Berichten und Bildern auf dem Laufenden. Folgt mir auch auf Facebook, um am Ball zu bleiben.

Nach meiner Rückkehr wird es natürlich wieder einen ausführlichen Rückblick geben.

Bis bald!