Anfang April breche ich zu einem der faszinierendsten Länder dieser Welt auf, wie ich meine! Mein bevorstehendes „Abenteuer Donnerdrache“ führt mich in das Königreich Bhutan. Ich werde dort nach meinem bisher längsten Non-Stop Lauf über 250 Kilometer mein Ziel, das berühmte Tiger’s Nest, ein in einen Felsen gebautes sehr hochgelegens Kloster, erreichen.

Im Vorfeld dieses Abenteuers habe ich mich natürlich genau über Land und Leute informiert. Was ich entdeckt habe, ist unglaublich und voll von Kontrasten. Bhutan ist eines der am spärlichsten besiedelten Länder der Erde, von 672.425 Bhutanern leben 79% in ländlichen Gebieten! Das Wesen der Bhutaner – ursprünglich, zuversichtlich und sanft – hat seinen Ursprung in der unabhängigen Geschichte des Königreiches. Bhutaner haben Sinn für Humor und – besonders schön – akzeptieren andere Kulturen. Die Menschen West-Bhutans werden als Ngalops bezeichnet, welche von den Tibetern abstammen. Den Osten des Landes bewohnen Scharchops, wahrscheinlich die Ureinwohner der Region. Im Süden leben nepalesisch-stämmige Lhotsampas, die sich dort im 19. Jahrhundert niederließen. Die Einwohner in Bhutan sind äußerst unabhängige Menschen – das Königreich wurde nie kolonialisiert oder stand unter sonstiger Kontrolle. Traditionell zeichnet sich die Gesellschaft durch kleine verstreute Gemeinden aus, die völlig abgeschieden und unabhängig voneinander existieren. Die erste befahrbare Straße Bhutans wurde erstaunlicherweise erst 1961 fertiggestellt – sie verband das Land nach Süden hin mit Indien und wurde mit der Zeit zu einer Bundesstraße ausgebaut, die sich durch fast ganz Bhutan zieht.

Dzongkha ist die Amtssprache und Englisch – wie es heisst – weitverbreitet. Daneben existieren ca. 19 offiziell anerkannte Sprachen und Dialekte. Ich kann nur hoffen, während meines Laufes auf englischsprachige Einwohner zu treffen. J Die Vielfalt an Sprachen zeugt auch von der kulturellen Fülle dieses kleinen, so hochinteressanten Landes. Ganz gleich, wie einfach ihr Leben sein mag, haben Bhutaner angeblich immer ein begrüßendes Lächeln für Besucher übrig. Sie gelten als sehr gastfreundlich und behandeln alle Besucher mit Respekt. Ich fühle mich privilegiert, durch ein so wunderbares Land laufen zu dürfen und freue mich darauf, alle gewonnenen Eindrücke hier im Blog zu teilen!