Heute in vier Wochen sitze ich schon im Flieger nach Australien. Die Zeit vergeht unglaublich schnell. Eine wesentliche Erkenntnis der letzten Wochen ist für mich gewesen: „Run to the Rock“ hat ganz andere Dimensionen und beansprucht viel mehr Zeit und Energie in der Vorbereitung als ein organisierter Lauf. Das wird mir zurzeit immer wieder bewusst. Bei einem organisierten Etappenlauf bekommst du meistens Verpflegung, Übernachtung und den Gepäcktransport vom Veranstalter gestellt. Des Weiteren ist die Strecke markiert und genau beschrieben. Als Athlet kannst du dich voll und ganz auf dich und das Rennen konzentrieren und musst im Prinzip „nur“ noch laufen. Für mein Laufabenteuer in Australien wird dies anders sein. Dort existiert keine präparierte Strecke, es kommen keine festen Versorgungsstationen und es gibt, bis auf drei Roadhouses auf der Strecke, keine Anzeichen auf menschliche Zivilisation. Der Faktor Unbekannt ist dabei um einiges größer. Aber genau das macht auch dieses Abenteuer so reizvoll für mich.

Deshalb kommt der Vorbereitung und dem Faktor Ausrüstung eine besondere Bedeutung zu. Wo gibt es Wasser und Benzin auf der Strecke? Auf welche Weise stellen wir in der Wüste die Kommunikation sicher? Benötigen wir Genehmigungen? Welche Mindestreserve an Wasser und Benzin müssen wir zu jeder Zeit dabei haben? Wie viel Paar Laufschuhe nehme ich mit? Wie verhalte ich mich nach einem Schlangenbiss? Zu welcher Zeit geht die Sonne auf und wann geht sie wieder unter? Fragen über Fragen, die mich jetzt schon Wochen und Monate beschäftigen. Das persönliche Equipment spielt ohne Zweifel eine entscheidende Rolle für den erfolgreichen Ausgang des Projekts. Ganz einfache Gegenstände wie beispielsweise ein Fliegenschutz für das Gesicht können das Leben im Outback enorm erleichtern; denn tagsüber stellen die unzähligen Fliegen eine echte Plage dar, die das Laufen zu einer echten Tortur machen können.

Ein anderer, ganz elementarer Punkt, ist die Regeneration. Da zwischen den einzelnen Etappen nur ein paar Stunden Schlaf bleiben, ist es für mich unglaublich wichtig, wie ich mich in dieser kurzen Zeit verhalte und dass mein Körper sich sehr schnell erholt. Ein Element dabei ist die richtige Kleidung: ich teste zurzeit Kompressionstextilien von der Firma skins, die den Regenerationsprozess beschleunigen.

Die Ernährung stellt einen weiteren zentralen Baustein für die Regeneration dar. Allein mit diesem Thema könnte ich sicherlich schon den Blog füllen. Wie viel Kalorien werde ich pro Tag verbrauchen? Welche Nahrung nehme ich im Einzelnen zu mir? Wie stelle ich sicher, ausreichend Vitamine und Ballaststoffe zu mir zu führen? Besonders mit dem Energielieferant Eiweiß beschäftige ich mich. Kohlenhydrate sind natürlich nicht zu unterschätzen; sie werden in meinen Augen jedoch beim Ausdauersport häufig überwertet. Also: Nüsse, Milch und mein geliebter Proteinshake begleiten mich auf jeder Etappe. Und wo wir schon bei dem Thema Ernährung sind: mein Ziel ist es hierbei, bis zu meinem Abflug nach Down Under zwei bis drei Kilo mehr auf die Rippen zu bekommen. Ja, ihr habt richtig gelesen: ich will und werde mit bewusst mehr Körpergewicht an den Start gehen. Da ich pro Tag und Etappe ca. 5000 – 6000 Kalorien verbrennen werde, ist es für mich durchaus sinnvoll, ein kleines Fettpolster anzufuttern. Und mir macht es, ehrlich gesagt, auch nichts aus, ab und an eine Portion mehr zu essen.