Endlich geht es los. Die Vorfreude und das Kribbeln ist schon seit langem zu spüren. Millionen von Menschen auf der ganzen Welt haben diesen Tag seit Wochen und Monaten herbeigesehnt: den Start der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien. Heute Abend geht es los mit dem Spiel Brasilien gegen Kroatien. Am kommenden Montag greifen auch Jogis Jungs im Spiel gegen Portugal in das Turniergeschehen ein. Dann heißt es wieder: ausgelassene Volksfeststimmung, Public Viewing und hupende Autokorsos. Die Frage, die sich viele Fußballfans stellen, lautet: Gibt es wieder ein Sommermärchen wie vor acht Jahren? Dies hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einer davon ist sicherlich die mentale Komponente der Spieler, der innere Antrieb, die Psyche. Oder kurz gesagt: die Motivation.

Physische Fähigkeiten wie Ausdauer, Beweglichkeit, Kraft oder Koordination und moderne Trainingsmethoden spielen sicherlich noch immer eine bedeutsame Rolle im Fußball. Aber nicht die Entscheidende, denn vom rein körperlichen Standpunkt her stoßen die Athleten an ihre Leistungsgrenze. Deshalb wurden in den letzten Jahren neue Wege im Spitzensport gefunden, um die Leistungsfähigkeit weiter zu optimieren. Der Fokus liegt dabei auf der mentalen Ebene. Wie kann ein Trainer einen Spieler gezielt motivieren?, lautet eine der zentralen Fragen. Individuelle Motivationshilfen und spezifische Analysemethoden sind gefordert. Nicht mehr nur die Mannschaft als Kollektiv, sondern der einzelne Spieler rückt mehr in den Mittelpunkt der Betrachtungen. Genauer gesagt, die einzelnen Antriebsfaktoren und individuelle Wertestruktur des Spielers. Was genau motiviert Bastian Schweinsteiger, wenn er am Montag gegen Portugal aufläuft? Treiben ihn dieselben Faktoren an wie Sami Khedira? Um das herauszufinden, bieten sich in der Praxis verschiedene Motivationsanalysen an. Eine davon ist das Reiss Profil, das ein Diagnoseinstrument für menschliche Motivation darstellt und als solches die Dimensionen der individuellen Persönlichkeit erfasst. Basis ist ein psychologisches Testverfahren, das von Professor Dr. Steven Reiss in den 1990er Jahren entwickelt wurde. Professor Reiss identifizierte 16 grundlegende Motivdimensionen, die die Antriebs- und Wertestruktur eines Menschen abbilden. Diese 16 Lebensmotive bilden den Kern unserer menschlichen Persönlichkeit. Sie bestimmen das WARUM und WOFÜR unserer Person. Bei den Motiven handelt es sich dabei um Werte wie Macht, Unabhängigkeit, Familie, Anerkennung oder Status. Jeder Mensch beziehungsweise jeder Spieler hat ein anderes Motivprofil. Es ist wie eine Art Fingerabdruck der eigenen Persönlichkeit. Für den einen sind es Luxusautos, die ihn antreiben. Für den anderen die Familie, die im Stadion sitzt. Und für den nächsten das Prestigeduell gegen den Erzrivalen.

Jürgen Klopp war vor ein paar Jahren einer der ersten Fußballtrainer, der das Reiss Profil anwandte. Der Trainer von Borussia Dortmund, damals noch bei Mainz 05, führte zunächst das Reiss Profil bei sich selbst durch, und das Ergebnis traf, wie er selbst bemerkte „zu 98 Prozent Klopp“, sehr genau zu. Daraufhin ließ er auch seine Spieler den Test machen. Dabei kam heraus, dass viele seiner Spieler eine hohe Ausprägung beim Motiv „Familie“ haben. Was machte daraufhin Jürgen Klopp? Er ließ eine Kinderbetreuung einrichten, die es den Spielerfrauen ermöglichte, ihren Männern beim Fußballspielen zuzuschauen. Diese wiederum liefen unter den Augen ihren Partnerinnen zu Höchstform auf.

Zu welcher Form wird am Montag unsere Mannschaft gegen Portugal auflaufen? Welche Motivationsknöpfe drückt Jogi Löw bei seinen Spielern? Auf welche Weise spricht er Mats Hummels an? Wie mit Lukas Podolski? Wie geht er mit Thomas Müller um? Wir werden es sehen – am Ergebnis.

PS: Wen von Euch das Thema Reiss Profil interessiert, der bekommt von mir als ausgebildeter Reiss Profile Master sehr gerne weitere Informationen.