„FIRE & ICE“, mein neues Laufabenteuer durch die Weite und Einsamkeit Feuerlands an der Südspitze Amerikas, wird mehr als außergewöhnlich werden. In vielerlei Hinsicht. Zum einen bin ich die ganze Zeit komplett auf mich alleine gestellt! Also ohne Team und ohne motorisierte Unterstützung, werde ich mich „by fair means“ fortbewegen.

Daraus folgt, und das ist der zweite neue Aspekt für mich, dass ich das vollständige Equipment für die gesamte Laufstrecke, inklusive Wasser- und Essensvorräte, mit mir führen muss. In den letzten Monaten habe ich mich intensiv mit der Suche nach einem passenden Transportsystem beschäftigt, das es mir ermöglicht, völlig autark mit gut 50 Kilo an Gepäck zu laufen. Eine Pulka, ein Transportschlitten für Touren durch Schnee und Eis, war dabei mein erster Gedanke. Die Idee musste ich dann jedoch aufgeben, denn dieser ist für einen Sand- und Schotteruntergrund wenig geeignet. Dann habe ich mich mit Lastenanhänger (auch Transportanhänger für Fahrräder genannt) auseinandergesetzt. Auch diese Option habe ich wieder schnell verworfen.

Und dann kam sie, die zündende Idee! Doch warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nahe? Meine Frau hat mich dann auf unseren Babyjogger gebracht, mit dem ich schon seit Jahren mit großer Freude unsere Tochter im Lauftempo durch die Gegend schiebe. Die Betonung liegt dabei auf Schieben. Kann man mit solch einem Gerät, das für Kinder ausgelegt ist, auch (mit schwerem Equipment) durch entlegene Gebiete der Erde laufen? Ich probierte es aus. Ich kaufte mir Zugstangen, einen Hüftgurt, brachte das ganze am Babyjogger an und los ging es. Anfangs war es schon sehr mühsam und gewöhnungsbedürftig. Wie soll ich bitte mit diesem Gerät 600 Kilometer durch Feuerland laufen, wenn ich schon nach zwei Kilometern stöhne?, war mein erster Gedanke. Aber wer sich selber das Motto „break your limits“ gewählt hat, kann nicht aufgeben. Und nach und nach ging es immer besser. Ich steigerte mich. 8 Kilometer, 12 Kilometer, 17 Kilometer, 21 Kilometer. Mittlerweile habe ich schon die ersten langen Trainingseinheiten von 25 Kilometer und mehr hinter mich gebracht. Und es bereitet mir jetzt sogar Freude. Es ist einfach ein ganz anderes Laufgefühl.

Noch habe ich 44 Tage Zeit, bis es nach Argentinien und Feuerland geht. Das Training mit meinem Babyjogger geht weiter und wird sich über die nächsten Wochen noch intensivieren. Ich werde berichten!

Fire & Ice - Babyjogger