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Ablehnung: Umgang mit Kritik

Gegen Angriffe kann man sich wehren, gegen Lob ist man machtlos.

(Sigmund Freud, 1856–1939)

 

Frenetischer Applaus. Die Menge tobt. Die 100 Zuhörer im Saal klatschen und sind begeistert. Mein Vortrag fand sichtlich Anklang. Im Anschluss viele interessierte Fragen – ein gutes Zeichen. Zahlreiche signierte Bücher – ein toller Abend. Während ich eifrig Bücher signierte, kann ich aus meinen Augenwinkeln eine Frau beobachten, die in der Ecke des Raums voller Ungeduld wartet. Auf mich wartet. Um die vierzig, rotes Haar, gepflegtes Äußeres, dunkles Businesskostüm. Mit verschränkten Armen und grimmigem Gesicht starrt sie genervt auf mich. Sie fixiert mich. Ihr Blick verrät nichts Gutes. (mehr …)

Erfolgsdefinition: Bestimme, was für dich Erfolg bedeutet

Erfolg ist, wenn du deine persönlich gesteckten Ziele erreichst.

(Norman Bücher)

Lies dir bitte das oben stehende Zitat nochmals durch. Wie findest du ihn? So lautete meine eigene Definition von Erfolg, die ich in meinem Buch „EXTREM – Die Macht des Willens“ zum Besten gab. Gute vier Jahre später denke ich diesbezüglich ein klein wenig anders. (mehr …)

SEA2SEA +++ Expeditions-Ticker +++

 

++ 08.06.2017 ++

Wir haben es geschafft!!!

Heute Nachmittag gegen 16 Uhr erreichte ich gemeinsam mit meiner Begleiterin, der Journalistin und Fotografin  Carole Pipolo, das Kaspische Meer in Baku. 

Nach 1.030 km und 20 ereignisreichen Etappen geht die Expedition SEA2SEA erfolgreich zu Ende. Ich bin so überglücklich und dankbar, dass ich diesen Traum, vom Schwarzen Meer zum Kaspischen Meer zu laufen, in die Tat umsetzen durfte! 

Nun genieße ich den Moment und freue mich auf zwei weitere Tage in dieser tollen Stadt Baku. 

Vielen Dank an Euch alle, dass Ihr mich unterstützt und hier begleitet habt! 

++ 07.06.2017 ++

Was für eine Etappe! 
Über die heutige Distanz von 66 km machten uns Hitze, Gegenwind und die gut befahrene Straße zu schaffen. Nun freue ich mich hundemüde auf mein Zelt. 

Nur noch 60 km bis Baku!

++ 06.06.2017 ++

Heute sind wir in Samaxi angekommen. Dies liegt ca. 120 km von Baku entfernt. 

Zuvor absolvierten wir unsere 18. Etappe mit vielen Anstiegen und tollem Wetter. Ich hatte viel Spaß und fühlte mich sehr gut. 

Drückt mir die Daumen, dass alles klappt, denn dann erreichen wir bereits übermorgen das kaspische Meer!

++ 05.06.2017 ++

Von Qabala nach Ismayilli führte uns die 17. Etappe nun. Sie war leider sehr zäh und erschöpfend. Permanente An- und Abstiege sowie fehlender Schlaf waren die heutigen Hürden. In der vorangegangenen Nacht suchten ein halbes Dutzend Moskitos unser Zelt heim…

Die Länge der kürzesten Etappe (44 km) fühlte sich somit wesentlich länger an, als sie eigentlich war. 

Die heutige Nacht kann nur besser werden. Sicher sind meine Akkus morgen wieder aufgeladen.

++ 04.06.2017 ++

Wir begegneten auf der heutigen 16. Etappe vielen netten Menschen mit denen wir tolle Gespräche führten. Dadurch merkten wir kaum, wie die Etappe voranschreitete und wir unser Ziel Qabala schließlich erreichten. 

Noch 215 km bis Baku!

++ 03.06.2017 ++

Hochzufrieden und ausgepowert liege ich im Bett. Wir haben heute 60 km und 1200 Höhenmeter bewältigt, um schließlich gegen 19:30 Uhr Oguz zu erreichen. Die Etappe war heute wieder sehr kraftraubend aufgrund der langen Anstiege. Doch das Wetter und das Panorama liesen mich die Strapazen sehr schnell vergessen.

771 km haben wir bis hierhin schon geschafft. In 5 Tagen möchten wir Baku erreichen. 

++ 02.06.2017 ++

Heute Nacht soll es gewittern, weshalb wir unser Nachtlager im Nebenraum eines Cafés nahe der Stadt Seki aufgeschlagen haben. 

Die Etappe war heute sehr schön und kurzweilig. Meine Kräfte sind zurückgekehrt. So kann es weitergehen!

++ 01.06.2017 ++

Die heutige 13. Etappe führte uns von Balakan nach Zaqatala. Die Wärme erschwerte das Laufen und lies meine Beine müde werden. Nach 46 km erreichten wir unser Ziel, worüber ich sehr froh war. Heute übernachten wir wieder im Zelt an der Straße zwischen Zaqatala und Seki. 

Nun sind es noch 350 km bis Baku.

++ 31.05.2017 ++

Gestern war ein unglaublicher Tag! Bislang definitiv die schönste, ereignisreichste und intensivste Etappe. Wir hatten so wunderbare Begegnungen…. Zwei alte Frauen am Straßenrand beschenkten uns mit Kirschen, ein LKW-Fahrer schmetterte uns fröhlich ein „Welcome to Georgia“ entgegen. Eine Familie lud uns zu Vodka und Bier ein. Letzteres haben wir natürlich dankend abgelehnt…

Am Abend gingen wir einer Einladung eines Farmers nach und aßen mit seiner Familie zu Abend. Anschließend nächtigten wir unter einem wundervollen Sternenhimmel. 

++ 30.05.2017 ++

HALBZEIT! 

Ab heute wird rückwärts gezählt! Diese Tatsache ist für mich mental ungemein wichtig. 

++ 29.05.2017 ++

Etappe 10 nach Badiauri stand heute auf dem Plan. Es war ein schwieriger Abschnitt für mich, ich fühlte mich sehr müde. Trotzdem es am Nachmittag besser wurde, war ich wirklich froh, als wir nach 55 km Badiauri endlich erreichten. 

++ 28.05.2017 ++

Die meiste Zeit von Etappe 9 sind wir heute am Highway entlang gelaufen. Hier war Konzentration gefragt, da viele LKW unterwegs waren. Nach unserem Fauxpas gestern bin ich heute über insg. 52 km sehr gut voran gekommen. 

Noch 130 km bis Aserbaidschan!

++ 27.05.2017 ++

Die heutige 8. Etappe war ein Highlight der etwas anderen Art. Wir starteten von Mtskheta Richtung Abanos Khevi-Tolenji. Als wir nach einiger Zeit in eine Sackgasse liefen, stellten wir fest, dass wir uns verlaufen hatten. Nun nächtigen wir wieder in der Nähe von Mtskheta – nachdem wir einen Umweg von satten 45 km (!!!) auf uns nehmen mussten. 

Es kann nur besser werden!

++ 26.05.2017 ++

Heute bekamen wir im wahrsten Sinne des Wortes ordentlich Gegenwind, was das Vorankommen merklich erschwerte. Unser Etappenziel heute ist Mtskheta – die ehemalige Hauptstadt Georgiens. 

++ 25.05.2017 ++

54 km war die 6. Etappe lang und endete in Gori. 

Nach schier unendlichem Dauerregen wurde uns heute ein wunderbarer, sonniger Tag beschert mit einem strahlend blauen Himmel. Das Laufen fällt so automatisch leichter. 

Auch heute erlebten wir wieder grenzenlose Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Einheimischen. Ich bin unglaublich dankbar, dass ich hier sein darf!

++ 24.05.2017 ++

…leider wurde ich nicht erhört. Die komplette Etappe war verregnet. Dennoch haben wir 60 km geschafft und sind gut in Khashuri angekommen. 

Heute gibt es köstliche Pasta Bolognese aus der Tüte, danach folgt der wichtige und erholsame Schlaf. 

++ 24.05.2017 ++

Gleich starten wir nach einem herrlichen Frühstück  in die 5. Etappe in Richtung Khashuri. Ich hoffe, wir bleiben heute vom Regen verschont…

++ 23.05.2017 ++

Etappe 4 haben wir heute erfolgreich beendet. Es lief sehr gut, wir haben wieder viel erlebt und gesehen. Heute übernachten wir im Guest House in dem kleinen Dorf Aktsuri. Dessen Besitzer haben uns spontan auf eine Geburtstagsparty eingeladen. Die Gastfreundschaft dieser Menschen fasziniert mich. 

++ 22.05.2017 ++

Nach einer langen Etappe sind wir gestern in dem Dorf Adigeni angekommen. Mir geht es wirklich hervorragend, was u.a. auch an den unzähligen Eindrücken und Begegnungen, umringt von wunderschöner Landschaft, liegt. 

Die Wege sind matschig und ziemlich aufgeweicht, was das Laufen deutlich erschwert. 

++ 21.05.2017 ++

Gerade laufe ich durch das Dorf Khulo mit bereits 82 km in den Beinen. Die Strecke ist sehr anspruchsvoll, da viele Höhenmeter zu bewältigen sind. Dennoch läuft es bislang sehr gut. 

Noch 18 km trennen mich vom heutigen Etappenziel Nr. 2.

++ 19.05.2017 ++

Meine Fotografin Carole und ich sind um 3:30 Uhr in Tiflis angekommen. Knapp 400 km mussten wir noch zurücklegen bis nach Batumi. Das Wetter ist ähnlich wie zu Hause  – verregnet und etwa 16°C.

Wir hatten noch viel Organisatorisches zu erledigen. Dabei stellten wir fest, dass der Vermieter unseres Appartements in Batumi aus Karlsruhe kommt. 

Morgen geht es los!

Extrameile: Es darf ruhig auch mal weh tun

Wenn einer von dir verlangt, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh mit ihm zwei.

(Jesus)

Wenn du zehn Liegestütze machst, welche davon ist die wichtigste? Antwort: die Elfte. Bei den Liegestützen mache ich jeden Tag nur einen Satz und gebe dabei alles. Also so viele Liegestütze wie möglich. Und wenn ich absolut nicht mehr kann, dann mache ich noch einen Liegestütz. Diesen „Extra-Liegestütz“ schaffe ich nicht jedes Mal. An manchen Tagen klappt es, an anderen wiederum nicht. Das ist nicht schlimm. Mir geht es dabei um das Prinzip, das dahinter steht. (mehr …)

Gedankenkraft: Wie unser Denken unser Leben steuert

Das Leben eines Menschen ist das, was seine Gedanken daraus machen.

(Marc Aurel, 121–180)

Meine felsenfeste Überzeugung lautet: Viele Menschen könnten von ihrem Potenzial her extreme Läufe bestreiten. 100 Kilometer und mehr am Stück zu laufen, ist grundsätzlich für viele Menschen möglich. Wenn ich in meinen Vorträgen von meinen Abenteuern berichte, geraten viele Menschen ins Schwärmen und wollen auch ihren Träumen nachgehen. Doch dann tritt bei ihnen der Gedanke auf: Das schaffe ich doch gar nicht. Das kann ich doch gar nicht. Was ist das Resultat? Sie schaffen es nicht beziehungsweise gehen das Abenteuer erst gar nicht an. Wenn wir denken, dass wir etwas nicht schaffen, dann schaffen wir es auch nicht. Nicht, weil wir es nicht schaffen, sondern weil wir denken, dass wir es nicht schaffen. Und solange wir denken, dass wir es nicht schaffen, werden wir es nicht schaffen.

Gedanken haben eine enorm große Auswirkung auf unser Leben. Sie sind die Ursache für alles, was uns im Leben passiert. Unser Denken ist die einzig unsichtbare Kraft, die wir wirklich steuern können. Deine bisherigen Ergebnisse im Leben stehen im direkten Zusammenhang mit deinem Denken. Ob ich einen Extremlauf erfolgreich beende, hängt im Wesentlichen davon ab, was ich während des Abenteuers denke beziehungsweise welche Gedanken ich zulasse.

Wir sind, was wir den ganzen Tag denken. Wir werden, worüber wir nachdenken.

Doch wie denken wir? Und was bedeutet Denken? Denken ist nichts anderes als sich den ganzen Tag unbewusst gestellte Fragen zu beantworten. Wenn ich vor einer Trainingseinheit stehe, frage ich mich: Was ziehst du heute an? Welche Route läufst du? Nimmst du einen Rucksack mit oder nicht? Jedem Gedanken geht eine unbewusst gestellte Frage voraus. Das nehmen wir meistens gar nicht mehr bewusst wahr.

Die Gedanken sind frei – sagt der Volksmund. Doch sind sie das wirklich? Können wir wirklich denken, was wir wollen? Einige Leserinnen oder Leser werden sagen: Sicher können wir das! Aber dir wird es wie den meisten Menschen gehen: Wir denken größtenteils nicht mehr bewusst, wir denken wiederholt. Die Gedankenprozesse laufen automatisch und unbewusst ab. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass wir nur drei bis fünf Prozent neue Gedanken zulassen. Der Rest wird wiederholt. Es ist quasi ein geistiges Wiederkäuen der immer gleichen Gedanken. Wenn du beispielsweise einen sicher geglaubten Auftrag doch nicht bekommst, werden deine Gedanken eine Zeitlang sehr wahrscheinlich immer wieder um diesen Auftrag kreisen.

Was können wir dagegen tun? Wir können an unseren Gedanken arbeiten. Das machen viele Sportler. Es bedeutet, dass ich wissen sollte, was ich denke, damit ich entscheiden kann, ob ich es denken will oder nicht. Oder kurz gesagt: Wir müssen Gedankendisziplin erlernen. Das funktioniert durch bewusste und einfache Fragen, die wir uns immer wieder stellen. Solche Fragen sind:

Was denke ich gerade?

Will ich das denken?

Erreiche ich mit diesem Denken meine Ziele?

Wir bekommen also, und das ist das Entscheidende, ein Bewusstsein über unseren aktuellen Gedankeninhalt. Das ist bedeutsam, weil jeder mehrfach wiederholte Gedanke eine Denkgewohnheit wird. Ein Denkmuster. Hast du positive oder negative Gedankenmuster entwickelt?

Gedanken haben enorme Auswirkungen, vor allem in Bezug darauf, was möglich ist. Unsere Art zu denken, setzt uns die Grenzen. Das bedeutet: Wenn wir es schaffen, unser Denken zu verändern, können wir auch unsere Grenzen verschieben. Einverstanden? Es kommt dabei nicht darauf an, wo du gerade im Leben stehst. Es kommt nicht darauf an, von wo du losläufst. Entscheidend ist, dass du wirklich bereit bist zu lernen. Erfolg ist keine Frage von WIE, sondern von WER. Und WER ist trainierbar. Das WER trainierst du, indem du lernst, deine Gedanken bewusst zu steuern. Die Macht der Gedanken in dir ist viel stärker als deine aktuelle Lebenssituation. Es ist leicht, dein Denken von den aktuellen Lebensumständen steuern zu lassen. Dazu ein Beispiel: Du bist selbstständig und hattest einige umsatzschwache Monate. Entscheidend ist nun, ob du diesen Resultaten erlaubst, deine Gedanken zu steuern. Oder ob du neue Gedanken erschaffst und dich fragst, wie du das Ruder herumreißen wirst.

Denken und vor allem selbstständiges Denken ist die anstrengendste Tätigkeit, die es gibt. Selbstständig denken heißt, Dinge kritisch zu hinterfragen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Viele Menschen konsumieren, ohne kritisch zu hinterfragen, sind passiv und lassen sich berieseln und von der Außenwelt beeinflussen. Wer selbstständig denkt, lässt sich nicht von der materiellen Welt und der Meinung anderer beeinflussen. Die eigenen Gedanken sind die einzige Ursache für alles, was in deinem Leben passiert.

Die meisten Menschen begreifen nicht, dass sie ihre Träume verwirklichen können. Wir haben alle riesiges Potenzial in uns. Der Unterschied zwischen den Menschen liegt darin, was sie daraus machen

Einmal traf ich beim Trollinger Marathon in Heilbronn einen guten Lauffreund von mir. Wir sprachen über Gott und die Welt und natürlich über das Laufen. Er erzählte mir von seinem Traum, einmal in seinem Leben einen Wüstenlauf in der Sahara machen zu wollen. „Ich wünsche mir diesen Lauf so sehr“, waren seine Worte. Dieser Gedanke, Worte sind hörbare Gedanken, hat er nun in seinem Kopf selbst geschaffen. Doch keine zehn Sekunden später kam von ihm diese Aussage: „Der Wüstenlauf ist aber viel zu teuer. Das kann ich mir nicht leisten.“ Diesen Gedanken hat er ebenfalls selbst kreiert. Welcher Gedanke wird sich jetzt in seinem Leben durchsetzen? Jener, mit dem er die stärkere Emotion verbindet. Wenn der Wunsch, den Lauf durch die Sahara zu machen, größer ist als der Zweifel, ob er sich das leisten kann, dann wird er früher oder später den Lauf realisieren.

Mein Impuls

Gedanken erzeugen Emotionen. Und Emotionen bringen dich ins Handeln oder Nicht-Handeln. Handeln produziert Ergebnisse. Die Summe der Ergebnisse wird dein Leben.

Wenn du etwas in deinem Leben verändern willst, geht es in erster Linie nicht darum, dein Handeln zu verändern. Weil das Handeln immer nur das Symptom ist. Du musst die Wurzel des Problems anpacken und dein Denken verändern. Dauerhafte Veränderung ohne ein verändertes Denken ist unmöglich. Lerne selbstständig zu denken, indem du bewusst entscheidest, welche Informationen du in deinen Kopf lässt.

Frage dich täglich:

  • Was denke ich gerade?
  • Will ich das denken?
  • Komme ich mit diesem Denken meinen Zielen näher?

Teamwork: Motivation durch das richtige Umfeld

Mit einer Hand lässt sich kein Knoten knüpfen.

(Unbekannt, Mongolei)

Wenn du mich auf meinen Vorträgen erlebst oder meine Laufabenteuer verfolgst, kann der Eindruck entstehen, dass ich ein Einzelkämpfer und Individualist bin. Weit gefehlt. Ohne mein Team wäre ich nichts. Ohne meine Redneragentur, ohne meinen Fotografen, ohne meinen Physiotherapeuten, ohne mein Support Team und vor allem ohne meine Familie wäre ich nichts. (mehr …)

Stolpersteine: Kleine Dinge – Große Auswirkungen

Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel.

(Konfuzius, 551 –470 v. Chr.)

Verdammt, ist das ärgerlich! Eben ist mir beim Bergablaufen ein winzig kleiner Stein in den Schuh gerutscht. Bei meinem rechten Schuh hat sich vor einer Stunde meine Gamasche gelöst, die dafür sorgt, dass der Schuh frei von Steinen bleibt. Halb so wild, denke ich mir. Ich habe schon fast 90 Kilometer zurückgelegt. Noch über 70 trennen mich vom Ziel. Ich sollte kurz anhalten und den Schuh ausziehen. Doch dann verliere ich Zeit, kommt es mir gleich in den Sinn. Ist ja nur ein kleiner Stein, relativiere ich den Zustand. Beim nächsten Verpflegungspunkt reicht es ja noch aus.  (mehr …)

Absolut: Es geht nur um dich

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.

(Soren Kierkegaard, 1813–1855)

Immer wieder ein Abenteuer zu suchen, ins Unbekannte aufzubrechen, eine völlig neue Erfahrung zu machen, fasziniert mich ungemein. Das stellt für mich die Essenz des Lebens dar. Pure Lebensfreude. Aber auch das traditionelle Laufen und die klassische Leichtathletik begeistern mich nach wie vor. Vor Mittelstrecken wie beispielsweise einem 800 Meter-Lauf habe ich allergrößten Respekt. In diesem Sport entscheiden oft Hundertstelsekunden über Gold, Silber und Bronze. Ein Rennen, das mir bis heute sehr lebendig in Erinnerung geblieben ist, war der Finallauf über 800 Meter bei den Olympischen Spielen in London im Jahr 2012.

Ich habe dieses Ereignis deswegen noch lebhaft vor Augen, weil bei diesem Rennen alle acht Läufer unter einer Zeit von 1:44 Minuten blieben, was es zuvor noch niemals gegeben hatte. Sieben der acht Finalisten stellten eine persönliche Bestzeit auf. Unglaublich! David Rudisha, ein Ausnahmeläufer aus Kenia, gewann dieses Finale und stellte mit seiner Zeit von 1:40:91 Minuten einen neuen Weltrekord auf. Damit verbesserte er seine eigene Bestzeit, die er vor zwei Jahren in Rieti aufgestellt hatte, um eine Zehntelsekunde. Was viele Menschen vielleicht nicht mehr wissen: Der zweitplatzierte Nijel Amos aus Botswana lief mit 1:41:73 Minuten die achtbeste Zeit aller Zeiten und stellte einen neuen Junioren-Weltrekord auf. Er machte das Rennen seines Lebens und lief eine neue persönliche Bestzeit. Ein riesengroßer Erfolg. Doch er wurde mit seiner Rekordzeit eben „nur“ Zweiter. Doch jetzt kommt es darauf an! Was war sein Ziel gewesen? War es sein Ziel, sein Bestes zu geben und einen persönlichen Rekord aufzustellen? Dann fühlte er sich mit seiner Silbermedaille wie im siebten Himmel. Oder war es sein Ziel, der Beste zu sein und Gold zu gewinnen? Dann war Nijel Amos gescheitert. Er würde den zweiten Platz als bittere Niederlage empfinden.

Gold zu holen – das klingt nach einem absoluten Ziel, es ist aber nur ein relatives. Warum? Weil die Leistung eines Menschen immer mit der von anderen verglichen wird. Viele Menschen setzen ihre Ziele in Konkurrenz zu anderen, also in Relation zu deren Leistung. Sie orientieren sich am Außen. Das ist kontraproduktiv. Relative Ziele sind der direkte Weg in die permanente Unzufriedenheit, denn es gibt fast immer jemanden, der besser ist als du.

Deshalb: Vergleich dich nicht mit anderen. Ein relatives Ziel kann nie deine eigene Leistung messen, denn die Umstände, die einen Menschen an die Spitze bringen, liegen nicht in deiner Hand. Alles, worüber du bestimmst, ist deine eigene Leistung. Setz dir deshalb absolute Ziele. Lauf doch lieber dein eigenes Rennen, geh deinen eigenen Weg, begib dich auf deine eigene Reise. Das ist zugegebenermaßen nicht immer einfach. Schon in frühester Kindheit bekommen wir das Konkurrenzdenken und das Vergleichen mit anderen eingeimpft. „Schau mal, der Peter, der hat ein Tor mehr geschossen als du.“ „Ja, unser Georg ist schon mit acht Monaten gelaufen.“ „Und unsere Katharina ist Klassenbeste und hat fünf Einser im Zeugnis stehen.“ Durch die Beschallung der Medien wird das „Besser-als-jemand-anders-sein“-Denken weiter angestachelt.

Bei meinen sportlichen Projekten setze ich mir nur absolute Ziele. Eine bestimmte Platzierung interessiert mich schon seit Jahren nicht mehr. Das war zu Beginn meiner Laufkarriere noch bedeutend für mich. Doch seit ich mich nicht mehr mit anderen im Wettbewerb messe, ist meine Zufriedenheit beim Laufen viel höher. Ich kreiere mir meine eigenen Laufabenteuer. Das mache ich nicht, um einzigartig zu sein und mich von der Masse der Läufer abzuheben. Mir geht es vor allem um die Qualität einer Erfahrung, um die Intensität eines Erlebnisses, um das eigentliche Abenteuer. Dies lässt sich sowieso nicht auf Minuten und Sekunden bestimmen.

Mein Impuls

Vergleich dich nicht mit anderen. Gib dein Konkurrenzdenken auf. Ein relatives Ziel kann nie deine eigene Leistung messen, denn die Umstände, die einen Menschen an die Spitze bringen, liegen nicht in deiner Hand. Alles, worüber du bestimmst, ist deine eigene Leistung. Setze dir deshalb absolute Ziele.

Es geht nicht darum, besser als jemand anders zu sein. Es geht nur darum, besser als dein früheres Selbst zu sein. Frag dich deshalb immer, wenn du dir ein Ziel setzt: Ist es ein absolutes oder ein relatives Ziel?

Pausen: Auf die Balance zwischen Belastung und Erholung kommt es an

Was keine Pause kennt, ist nicht dauerhaft.

(Publius Ovidius Naso, 43 v. Chr.–17 n. Chr.)

Meine sportlichen Abenteuer bewegen sich oft am Limit. Die Belastungen für Körper und Geist gehen natürlich an die Substanz, deshalb ist es enorm wichtig, sie auch entsprechend zu kompensieren. Mein Erfolgsgeheimnis lautet dabei: Pausen. (mehr …)

Momentum: Dynamik schlägt Disziplin

Aller Anfang ist schwer.

(Sprichwort)

Die Schotterpiste nimmt einfach kein Ende. Sie führt kreuz und quer über die Insel. Mal geht es bergauf, mal bergab. Nur selten verläuft der Weg in der Ebene. Um mich herum nichts als Natur. Grenzenlose Weite und beängstigende Einsamkeit umgeben mich. Keine Menschenseele weit und breit. (mehr …)