Worte sind die mächtigste Droge, welche die Menschheit benutzt.

(Joseph Rudyard Kipling, 1865–1936)

Bei einer Laufexpedition wie in Australien durchlebte ich ständig Hoch und Tiefs. Muskelprobleme, Magenbeschwerden, mentale Krisen – der ganze Körper wird bei solch einem Rennen extrem beansprucht. Die Kunst bestand darin, in Krisensituationen weiterzulaufen und nicht aufzugeben. Wie ging das? Ich begann beispielsweise ganz automatisch Selbstgespräche zu führen. „Das ist ein toller Lauf in einer atemberaubenden Landschaft. Ich bin echt froh, dass ich hier sein darf.“ So und so ähnlich lief das bei mir ab. Vor allem sprach ich mir immer wieder folgenden Satz vor: „Ich schaffe es. Ich schaffe es. Ich schaffe es. Ich schaffe es.“ Wieder und immer wieder.

In der Fachsprache wird dies als Affirmation oder Selbstbeeinflussung bezeichnet. Das lateinische Wort „affirmare“ bedeutet bestärken, bejahen, behaupten, bestätigen. Wenn wir Affirmationen verwenden, behaupten wir etwas, das wir erst später durch die entsprechende Erfahrung bestätigt bekommen. Affirmationen lenken den Fokus auf erwünschte Ergebnisse. Diese mentale Technik ist so einfach, dass es dir vielleicht schwerfällt, zu glauben, damit grundlegende Veränderungen herbeizuführen. Wenn du eine Affirmation verwendest, entscheidest du dich für eine Aussage, die das, was du erreichen willst, zum Ausdruck bringt.

Worte sind hörbare Gedanken. Deine Worte geben deinen Gedanken einen Körper. Sie können eine ungemein große Wirkung entfalten, wenn du sie richtig nutzt.

Sobald deine Selbstgespräche mit deinem Ziel überein stimmen, ist nichts unmöglich.

Diese mentale Technik funktioniert, indem du deine schriftlich fixierte Zielformulierung in eine Formel „kleidest“ und dir diese Formel täglich immer wieder unzählige Male laut, intensiv und mit genügend Überzeugungskraft vorsagst und damit deinem Unterbewusstsein die notwendigen Befehle gibst, um dein Ziel zu erreichen.

Für mein Ziel „Der beste Redner zu werden, der ich sein kann“ formulierte ich mir die folgende Affirmation: „Ich werde als Vortragsredner jeden Tag immer stärker und stärker.“ Jeden Tag nahm ich mir fünf Minuten Zeit und sagte mir diesen Satz immer wieder laut vor. Das war zugegebenermaßen zu Beginn etwas befremdlich, doch nach ein paar Mal hatte ich mich daran gewöhnt.

Sobald deine Ohren die Worte dieser Formel aufnehmen, gelangen sie auch in dein Unterbewusstsein und beginnen dort zu wirken, das bedeutet dein Denken und dein Verhalten zu beeinflussen.

Ein ganz wesentlicher Aspekt, den es dabei zu beachten gilt: Du kannst dein Unterbewusstsein nicht „be-denken“, sondern du musst es „be-sprechen“. Eine Affirmation kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie gesprochen wird. Denn das gesprochene Wort hat eine wesentlich stärkere Wirkung auf das Unterbewusstsein als ein Gedanke.

Affirmationen sind als Hilfe gedacht, um dich schnell in eine positive Stimmung zu bringen. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn du erwartest, dass durch die regelmäßige Anwendung von Affirmationen grundlegende Probleme verschwinden, ist das naiv und gefährlich.

Mein Impuls

Worte sind hörbare Gedanken. Deine Worte können eine ungemein große Wirkung entfalten, wenn du sie richtig nutzt.

Sag dir deshalb etwas lange genug, laut genug, oft genug, intensiv genug und mit genügend Überzeugungskraft, und du wirst daran glauben.

Nimm dir jeden Tag etwa fünf Minuten Zeit und suche einen Ort auf, an dem du nicht gestört wirst. Wiederhole dann die von dir gewählte Wortfolge ununterbrochen fünf Minuten lang, und zwar so, dass dir zwischen den einzelnen Wiederholungen keine Zeit bleibt, an etwas anderes als an dein Ziel zu denken. Sprich dabei deine Zielformel laut und deutlich. Lass während dieser Zeit keine anderen Gedanken zu. Für diese fünf Minuten sollte deine volle Aufmerksamkeit auf dieser Formel liegen.

Du wirst danach feststellen, dass die Wiederholung der Formel dein gesamtes Bewusstsein ausfüllt. Der alles entscheidende Aspekt an dieser Übung ist die Tatsache, dass du in diesen fünf Minuten keine andere als die dein Ziel betreffende geistige Ursache gesetzt hast. Besonders wirksam ist diese Methode kurz vor dem Einschlafen und nach dem Aufwachen (bevor du aufstehst!). Denn zu diesen Zeiten ist dein Unterbewusstsein besonders aufnahmefähig und du kannst ihm leicht dein Ziel eingeben.