Heute vor genau drei Wochen bin ich aus dem Iran wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Mein Vorhaben, die Kavir-Wüste im Iran zu Fuß von Nord nach Süd zu durchqueren, scheiterte bereits kurz nach Beginn an einem polizeilichen Verbot und zwang mich nach nur wenigen Kilometern zum Abbruch meiner Expedition. Nun, mit ein bisschen Abstand, sehe ich diese Erfahrung mittlerweile aus einer anderen Perspektive. Auch Rückschläge gehören zu unserem Leben und können für die Weiterentwicklung ungemein positive Auswirkungen haben, wenn wir nur die richtigen Konsequenzen daraus ziehen – im Sport wie im Berufsleben.

Läuft bei dir im Job immer alles glatt? Hast du immer nur begeisterte und hochzufriedene Kunden oder hast du auch mit Rückschlägen zu kämpfen?
Entscheidend dabei ist, dass wir uns durch Rückschläge nicht entmutigen lassen, sondern weiter unseren Weg gehen. Dass wir dem Scheitern offen und ehrlich gegenüberstehen und die Fehler analysieren, aus ihnen lernen. Dann kann einem solch eine Erfahrung viel mehr bringen als der größte Sieg. Unser Leben ist nicht nur durch Erfolge, Siege und glorreiche Momente gekennzeichnet. Im Gegenteil: Unser Leben gleicht einer Achterbahn. Hochs und Tiefs wechseln sich ab, Erfolge und Niederlagen bestimmen unseren Alltag. Doch wie gehe ich mit einem Rückschlag um? Wie reagiere ich auf ein Scheitern? Ich kann mich verkriechen und aufgeben oder ich sehe dem Scheitern ins Auge und mache weiter. Ich entscheide mich meistens für die zweite Option. Wenn ich mir ein Ziel setze, dann werde ich auf dem Weg dorthin unzählige Erfahrungen sammeln – positive wie negative. Ich gehe einen Schritt voran und fliege dann auf die Schnauze. Ich bewältige wieder drei Schritte und erhalte erneut einen Dämpfer.

Ein sehr gutes Beispiel ist in diesem Zusammenhang meine Tochter Marla. Vor gut 5 ½ Jahren war es für mich als junger Vater unglaublich spannend zu erleben, wie sie ihre ersten Gehversuche alleine machte. Sie zog sich an einem Gegenstand hoch, stand dann auf beiden Beinen, fing ganz langsam an, den ersten Schritt zu machen und fiel wieder hin. Was machte sie? Sie stand wieder auf, schaffte dieses Mal sogar zwei Schritte und fiel dann wieder auf den Boden. Das ist eine wunderbare Metapher für unser Leben. Wir scheitern. Wir lernen. Wir entwickeln uns weiter.

Die elementare, wichtige Frage in diesem Zusammenhang ist also: Aus welchem Blickwinkel betrachte ich den jeweiligen Rückschlag? Du kannst dir sagen: „Ich bin kläglich gescheitert. Ich bin einfach ein Verlierertyp!“ oder du sagst dir: „Das war eine bittere, sehr unangenehme, aber auch wichtige Erfahrung, die mich langfristig persönlich weiter bringt“
Merkst du den Unterschied? Bei der ersten Alternative findest du dich einfach so mit dem Scheitern ab, während du es bei der zweiten Option als wertvolle Erfahrung siehst und aus dieser lernen willst.

Nach dem Aus meiner Expedition im Iran hätte ich leicht sagen können: „Alles ist schief gelaufen. Ich habe den ganzen Aufwand völlig umsonst betrieben.“ Ich hätte mich nur auf die negativen Aspekte dieses Projekts fokussieren können. Stattdessen sage ich mir: „Aus sportlicher Sicht ist die Expedition sicherlich völlig unbefriedigend verlaufen. Doch ich
durfte ein wunderbares Land kennen lernen mit wunderbaren Menschen und deren Kultur.

Eine weitere zentrale Frage lautet: Wie definiere ich überhaupt einen Rückschlag bzw. ein Scheitern? Auf Wikipedia wird Scheitern als „Fehlschlagen eines Vorhabens“ erklärt. Als ein Bekannter von mir von meinem Aus bei der EXPEDITION KAVIR erfuhr, schrieb er mir folgende Zeilen: „Du bist nicht gescheitert, du bist jetzt nur gescheiter(t)“. Darüber dachte ich lange nach.
Folgende Schritte helfen dir beim Umgang mit Rückschlägen:

  • Analyse:
    Analysiere die Niederlage: Was genau ist schiefgelaufen? Warum ist es schiefgelaufen? Wo liegt die Ursache? Reflektiere die Situation. Beantworte die Fragen schriftlich.
  • Akzeptanz:
    Akzeptiere die Situation und übernimm dafür die volle Verantwortung.
  • Neues Ziel:
    Setz dir ein neues Ziel: Damit bekommst du Kraft und die notwendige Motivation, wieder schnell ein neues, positives Handlungsmuster aufzubauen.
  • Erster Schritt
    Mach den ersten Schritt und starte dein neues Handeln! Wer rastet, der rostet und verliert Energie und Motivation für neue Pläne.

Durch solche eine intensive Beleuchtung deines Rückschlags erkennst du Schwachstellen und Fehler, die dazu geführt haben. Dieses Wissen nutzt du für dein neues Vorhaben. Somit werden die Pfeiler, auf denen du dein neues Ziel aufbaust, noch sicherer, noch stabiler.

Gehe jedes Scheitern, jeden Rückschlag genau so an und du wirst sie gar nicht mehr als solche Empfinden, sondern als Erfahrung mit Höhen und Tiefen, die Dich zu dem machen, was du bist. Bleib stets am Ball, denn jeder Schritt zurück bringt dich wieder drei Schritte nach vorn. So erreichst du deine Ziele garantiert!