Disziplin

Selbstkontrolle: Die Magie des Verzichts

Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben“

(Konfuzius, 551 bis 470 v. Chr.)

Im Jahr 2008 entschied ich mich, meinen sicheren und gutbezahlten Job als Unternehmensberater an den Nagel zu hängen und künftig mein Geld als Extremsportler und Vortragsredner zu verdienen. Das Ganze war natürlich mit einem großen Brocken Risiko behaftet, überhaupt keine Frage. Als Unternehmensberater hatte ich jeden Monat mein sicheres und gutes Einkommen. Dieses war von einem Monat auf den anderen nun weg. Ich musste mich zu Beginn meiner Selbstständigkeit mehr als einmal fragen, wie ich den kommenden Monat finanziell überstehen und wie es überhaupt weitergehen kann. In den Anfangsjahren musste ich auf jeden Euro achten und war über jeden einzelnen Vortrag glücklich, den ich halten durfte. Meine Lauf-Expeditionen waren, speziell zu Beginn meines Unternehmertums, zum Erfolg verdammt. Ein Scheitern konnte ich mir fast nicht leisten. Ich musste meine sportlichen Projekte zunächst komplett aus eigener Tasche vorfinanzieren. Finanzsponsoren, die bekannte Extrembergsteiger unterstützen, hatte ich nicht. Deshalb musste ich zunächst in Vorleistung gehen und hoffen, dass die sportlichen Projekte am Ende das Geld in Form von Vorträgen und Büchern wieder hereinholten. Das brachte mir mehr als nur eine schlaflose Nacht. Doch nur weil ich ein Risiko einging und kurzfristig Verzicht übte, kam ich langfristig auf den für mich richtigen Weg.

Nur weil ich meine Komfortzone verlassen und auf kurze Sicht Opfer gebracht habe, führe ich heute ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben. Mein Wille und meine Selbstkontrolle haben mich dorthin gebracht, wo ich heute stehe. Es gab Tausend Dinge, die dagegen sprachen, mich dem „Beruf Extremsportler“ zu widmen. Unzählige Gründe hätten den Aufbau eines eigenen Unternehmens verhindern können: Absagen, Zurückweisungen, Liquiditätsprobleme und andere Risiken. Aber meine langfristige Perspektive sah ich persönlich eben positiv. Und genau diese Perspektive, aus meiner großen Leidenschaft einen Beruf zu machen, ließ mich immer wieder meine persönliche Komfortzone verlassen und auch schwierige, unangenehme Aufgaben in Angriff nehmen. Wenn es kritisch wurde, dachte ich fünf bis sechs Jahre voraus und stellte mir vor, wie ich als Unternehmer erfolgreich bin.

Einige Menschen sind bereit, den Preis für ihren Erfolg zu bezahlen. Und zwar lange bevor er in Sichtweite kommt. Sie denken langfristig. Die meisten Menschen aber besitzen einen kurzen Zeithorizont. Sie streben nach unmittelbarer Belohnung und legen oft Verhaltensweisen an den Tag, die langfristig negative Folgen haben. Diese Menschen verweilen lieber in ihrer Komfortzone. Warum ist das so? Weil der Mensch über ein zweipoliges Antriebssystem, eine Art inneres Betriebssystem, verfügt: Freude und Schmerz. Grundsätzlich versucht unser Gehirn stets, Schmerzen zu vermeiden und Freude zu erfahren. Dabei ist das Bedürfnis, Schmerzen zu vermeiden, der stärkere von beiden Faktoren. Wenn wir uns nun beispielsweise vornehmen, mit Sport anzufangen, müssen wir zunächst die Hürde „kurzfristiger Schmerz“ bei den ersten Trainingsstunden überwinden, um mittel- bis langfristig das Ziel „Freude“ beim Sport erlangen zu können. Und das erfordert die Überwindung des berühmten inneren Schweinehundes. Zumindest zu Beginn. Deshalb ziehen viele Menschen lieber die kurzfristige Freude (Schokolade) der langfristigen (schlanke Figur durch Sport) vor und bleiben in ihrer Komfortzone.

Erfolgreiche Menschen sind bereit, in den sauren Apfel zu beißen. Sie tun dies, weil ihnen ihre Ergebnisse und langfristige Perspektive wichtig sind. Weniger erfolgreiche Menschen sind bestrebt, möglichst angenehme Methoden zu finden, um durch das Leben zu gehen. Sie suchen Entspannung, liegen in der Sonne, lenken sich ab, verlieren sich in alltäglichen Banalitäten, während erfolgreiche Menschen bestrebt sind, an sich und ihren Zielen zu arbeiten.

Mein Impuls

Kurzfristige Opfer sind der Preis, den du für langfristige Sicherheit bezahlen musst. Verzögerte Belohnung ist der Schlüssel zum Erfolg. Denk immer an die langfristigen Folgen deines Tuns! Das erfordert Disziplin und Selbstkontrolle. Und diese Fähigkeiten sind jedem Menschen möglich.

Wenn es dir gelingt, dich selbst zu kontrollieren und nicht jedem Verlangen sofort nachzugehen, musst du zwar kurzfristig Verzicht üben, hast jedoch auf lange Sicht viele Vorteile. Das Maß, in dem es dir gelingt, den Preis des Erfolgs im Voraus zu bezahlen und auf Belohnungen zu verzichten, bis du dein Ziel erreicht hast, entscheidet über den wahren (langfristigen) Erfolg.

Auf was verzichtest du, um deinen großen Zielen ein Stück näherzukommen?

Durchhaltevermögen: Weshalb 87.600 Stunden zum Erfolg führen

Ausdauer wird früher oder später belohnt. Meist später.

(Wilhelm Busch, 1832–1908)

Ausdauer ist langfristig gesehen der wichtigste Erfolgsfaktor im Leben. Denn: Fehler kannst du korrigieren, Probleme kannst du lösen. Aber wenn du aufgibst, dann ist es vorbei. Ich weiß, wovon ich spreche. Denn der Weg, den ich als Ultramarathonläufer gegangen bin und immer noch gehe, ist nur durch die Rückschläge im Marathon möglich geworden. Die ersten Jahre meiner Laufkarriere konzentrierte ich mich hauptsächlich auf die Marathondistanz, und diese wollte ich so schnell wie möglich absolvieren. Unter drei Stunden hieß im Jahr 2002 mein großes Ziel. Ich wollte beim Venedig Marathon diese magische Grenze schaffen. Am Ende lief ich dort 3 Stunden, 8 Minuten und 31 Sekunden. Ich ließ mich durch diese Erfahrung nicht entmutigen und versuchte es ein halbes Jahr später wieder. Beim Paris Marathon im April 2003 lief ich dann 3 Stunden, 9 Minuten und 15 Sekunden. Ich versuchte es wieder und auch beim Köln Marathon im Oktober 2003 schaffte ich es nicht, unter drei Stunden zu bleiben. Ich war frustriert, deprimiert und eine Welt schien für mich zusammenzubrechen. Bei der Suche nach neuen läuferischen Zielen entdeckte ich die Ultradistanzen für mich. Auf einmal nahm ich diese Strecken, jenseits der 42 Kilometer des Marathons, wahr. Zuvor hatte ich immer nur durch die Brille eines Marathons geschaut. Und erst auf den Ultramarathondistanzen, auf denen ich meine Stärken viel besser einsetzen kann, stellten sich nach und nach Erfolge ein.

Was ich in meiner Laufkarriere gelernt habe, ist, dass es keinen schnellen Erfolg gibt. Auf dem Weg zum Ziel gehören Rückschläge, Hindernisse und Hürden dazu. Und das erfordert von Ausdauer und Durchhaltevermögen, zwei wesentliche Eigenschaften, wenn es um persönlichen Erfolg geht. Als ich mir vor Kurzem wieder das Höhenprofil des Ultra-Trail Mont Blanc, einem der anspruchsvollsten Bergläufe in Europa, angesehen habe, stellte ich fest, dass dieses Profil doch auch unser Leben symbolisiert. Das Profil dieses extremen Berglaufs über mittlerweile 166 Kilometer, 9.400 Höhenmeter und zehn alpine Bergpässe spiegelt unser Leben wider. Denn unser Leben verläuft nicht auf einer ebenen, geraden Strecke wie bei einem Citymarathon. In unserem Leben geht es doch immer wieder auf und ab, Hochs und Tiefs wechseln einander ab. Zunächst gilt es, überhaupt einmal zu starten, anzufangen und die ersten Schritte zurückzulegen. Zu Beginn haben wir häufig noch die Begeisterung und die Leidenschaft in uns. Alles scheint einfach zu sein und wie von selbst zu laufen. Doch auf dem weiteren Weg treten dann die ersten schwierigen Situationen auf. Hürden und Hindernisse stellen uns auf die Probe.

Solche Hindernisse sind beim Lauf um den Mont Blanc beispielsweise die brutalen Anstiege, das Laufen bei Nacht, die eisige Kälte, die Müdigkeit oder die steilen Abstiege. Im Alltagsleben können solche Hindernisse schwierige Telefonate, wichtige Präsentationen, entscheidende Spiele oder schwerwiegende Verletzungen und Krankheiten darstellen. An diesem Punkt entscheidet es sich: Gehen wir weiter oder geben wir auf? Sehen wir das Hindernis als unüberwindbar an oder betrachten wir es als Herausforderung? Jetzt kommt es nur auf das Durchhaltevermögen an. Viele Menschen geben leider schon beim ersten Berg, bei der ersten Hürde, beim ersten Hindernis auf. Andere überwinden die Anfangsschwierigkeiten, geben dann aber mittendrin auf. Oder sie bezwingen fast alle Hindernisse und hören kurz vor dem Ziel, beim allerletzten Hindernis, auf. Obwohl nur noch ein paar Meter zum Ziel fehlen, ein wenig mehr Anstrengung, notwendig gewesen wäre, um den großen Erfolg zu erreichen. Wenn du vor einem steilen Berg stehst und in dir Zweifel aufkommen, ob du diesem Hindernis gewachsen bist, besteht die große Kunst darin, einfach weiterzumachen. Ob beim Extremsport oder im normalen Leben.

Doch wie schaffen wir das? Wie schaffen wir es, nach zehn erfolglosen Telefonaten wieder zum Hörer zu greifen und weiterzumachen? Wie schaffen wir es, uns nach drei erfolglosen Marathonläufen für den nächsten zu motivieren? Indem wir uns bewusst machen, dass wir Zeit brauchen. Ausdauer und Durchhaltevermögen haben sehr viel mit Zeit zu tun. Ich kann nicht heute mit dem Laufen beginnen und dann schon übermorgen erfolgreich 166 Kilometer um den Mont Blanc laufen wollen. Das geht nicht. Wir müssen uns einfach von Anfang an bewusst machen, dass es ein langer Weg zum Erfolg ist. Zuerst muss immer die Anstrengung erfolgen und erst danach, mit zeitlicher Verzögerung, erhalten wir die Belohnung. Und über diese zeitliche Verzögerung müssen wir uns schon von Beginn an im Klaren sein. Ich muss zunächst unzählige Stunden in mein Training investieren, um überhaupt um den Mont Blanc laufen zu können und dann auch ins Ziel zu kommen. Klingt eigentlich logisch, oder? Den umgekehrten Weg zu gehen, macht schlichtweg keinen Sinn. Doch genau das wollen anscheinend viele Menschen: erfolgreich sein und dafür nichts tun. Doch so funktioniert das nicht. Zu diesem Punkt können wir sehr bildhaft das Pareto-Prinzip, besser bekannt als die 80:20-Regel, anwenden. Achtzig Prozent eines Erfolgs kommen erst mit den letzten zwanzig Prozent der Anstrengung. Oder anders ausgedrückt: Wir müssen zunächst einmal einen Großteil an Zeit und Energie (80%) aufwenden, um überhaupt die ersten Erfolgserlebnisse (20%) zu bekommen. Das erfordert kurzfristig Selbstdisziplin und langfristig einen langen Atem.

Wie lange benötigen wir, um auf einem Gebiet, egal in welchem Lebensbereich, zur Spitze zu gehören? Wie lange brauchen wir, bis wir eine Sache, die wir beginnen, sehr gut beherrschen? Bis es so weit ist, dass jemand in seinem Schwerpunktthema Expertenstatus erhält, sind mindestens sieben, realistischerweise eher zehn Jahre notwendig. Zehn Jahre. Oder 120 Monate oder 3.650 Tage oder 87.600 Stunden. Doch viele Menschen gehen tatsächlich davon aus, dass sie von heute auf morgen erfolgreich werden, dass sie gar nichts dafür tun müssen und ihnen alles in die Wiege gelegt wird. Was für ein Trugschluss! Ohne Arbeit, ohne Engagement, ohne Anstrengung, ohne Selbstdisziplin und vor allem ohne Durchhaltevermögen kommen wir nicht weit im Leben. Der extreme Ausdauersport ist dafür ein sehr gutes Beispiel. Training, Training und nochmals Training, über Wochen, Monate und Jahre stellen die Basis zum Erfolg dar.

Darüber hinaus bestimmen noch zwei weitere Faktoren, ob du bei einem Extremlauf durchkommst oder aufgeben musst: deine Willenskraft und eben das Durchhaltevermögen. Fehlendes Durchhaltevermögen und mangelnde Beharrlichkeit sind zwei der Hauptgründe, warum viele Menschen scheitern. Sie geben einfach zu früh auf.

Mein Impuls

Du brauchst Zeit, bis du in einem Lebensbereich wirklich Erfolg haben kannst. Nichts geschieht von heute auf morgen. Zuerst erfolgt immer die Anstrengung und erst danach, mit zeitlicher Verzögerung, erhältst du die Belohnung. Und über diese zeitliche Verzögerung musst du dir schon von Beginn an im Klaren sein.

Mach dir bewusst: du benötigst mindestens ein Jahr, um etwas zum Laufen zu bringen. Deine Selbstständigkeit, ein neues Projekt, eine große Aufgabe. Du benötigst zehn Jahre, um eine Sache exzellent zu beherrschen. Deshalb: Arbeite hart an dir und sei geduldig.

Belohnungen: Erfolge wahrnehmen und auskosten

Dinge wahrzunehmen ist der Keim der Intelligenz.

(Laotse, 4 v. Chr. – 531 v. Chr.)

Ich sitze auf dem roten, sandigen Boden und genieße dieses unbeschreibliche Glücksgefühl in vollen Zügen. Vor ein paar Minuten bin ich am Ayers Rock angekommen und habe damit mein großes Ziel erreicht. Noch Tage später schwebe ich auf Wolke sieben und bin in Gedanken immer wieder bei diesem Laufabenteuer in Australien. Ich lasse das Rennen noch einmal Revue passieren und erlebe dabei meine persönlichen Höhepunkte erneut: die Weite und Monotonie des Outbacks, die angenehme Wärme der Sonnenstrahlen am Morgen oder die Lagerfeuer und guten Gespräche mit meinen Freunden, das Abtauchen in die faszinierende Natur, die Stille und Abgeschiedenheit des Outbacks. Selbst Tage danach habe ich noch immer ein Gänsehautgefühl bei diesen Gedanken. Als besonderes Ritual hat sich eingebürgert, dass ich nach solch einem Abenteuer mit meiner Familie und meinen Eltern essen gehe. Ich gönne mir dann das eine oder andere Bier und freue mich im Kreise meiner Familie über meine Rückkehr. Die Tage nach dem Lauf lege ich meine Beine hoch und bin froh, nicht laufen zu müssen. Ich genieße die lauffreie Zeit, belohne mich mit ausreichend Entspannung und erfreue mich an meiner Leistung. Dieses Genießen und Feiern sind für mich genauso wichtig wie die Expedition selbst.

Was im Sport eine Selbstverständlichkeit ist, ist im Berufsleben eher die Ausnahme. Stell dir vor: Du hast soeben eine sensationell gute Präsentation abgeliefert, durch die dein Unternehmen einen lukrativen Auftrag an Land ziehen konnte. Du hast dafür hart gearbeitet, sehr viel Zeit und Energie in dieses Projekt investiert. Was ist danach passiert? Dein Chef und deine Kollegen sind gleich wieder zur Tagesordnung übergegangen? In der Wirtschaft finden in der Regel keine ausgefallene Jubelarien oder ausgiebige Feiern statt. Was im Sport gang und gäbe ist, müssen wir im Geschäftsleben häufig noch lernen. Dennoch hat das Feiern von Erfolgen in allen Lebensbereichen seine Berechtigung als Belohnung für die investierte Zeit, die disziplinierte Arbeit und die aufgewendete Energie. Wir müssen dabei keine ausgelassenen Orgien feiern, in denen der Alkohol nur so in Strömen fließt. Es geht vor allem um die Wahrnehmung des Erfolges, besonders von kleinen Erfolgen. Denn, wenn wir Erfolgserlebnisse haben und vor allem diese wahrnehmen, erfahren wir dadurch eine Wertschätzung gegenüber uns selbst und unserer Leistung. Das Problem ist doch, dass wir häufig auf ein großes Ziel, auf einen großen Moment hinarbeiten und dabei die vielen kleinen Erfolge auf dem Weg zum großen Ziel vielfach übersehen. Oder die kleinen Erfolge als Selbstverständlichkeit abwerten, nach dem Motto: „Das war ja gar nichts Besonderes, das kann ich noch viel besser. Warte nur ab, bis ich am Ziel bin.“

Die Kunst ist es, sich gerade an den unscheinbaren Kleinigkeiten des Alltags zu erfreuen und diese als Erfolge wahrzunehmen. Wenn ich zum Beispiel am Abend durch den Schwarzwald laufen, die eindrucksvolle Stille, das Zwitschern der Vögel, die reine, saubere Luft einatmen und den beeindruckenden Sonnenuntergang erleben darf. Das ist Erfolg. Wenn mich meine Tochter nach dem Aufwachen anlächelt und über beide Ohren stahlt als wäre Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen. Das ist Erfolg. Wenn ich einen begeisternden Vortrag halte und die Teilnehmer für sich wichtige Impulse mitnehmen, die ihr Leben verändern. Das ist Erfolg. Wenn ich einen Menschen zum Lachen bringe. Das ist Erfolg.

Mein Impuls

Erfolg ist kein Zustand, sondern ein Prozess. Ein Prozess von Erlebnissen und Erfahrungen. Wenn du es schaffst, einen Großteil dieser Erlebnisse bewusst wahrzunehmen und auch zu genießen, dann bist du erfolgreich. Einverstanden? Deshalb: Feiere ruhig den Erfolg, wenn du dein Ziel erreicht hast. Genieße diesen Augenblick! Koste diesen Erfolg aus und gehe nicht gleich wieder zur Tagesordnung über. Freue dich darüber, was du geleistet hast. Du hast schließlich hart dafür gearbeitet. Doch genieße genauso die vielen, vielen kleinen Erfolge auf dem Weg zu deinem Ziel. Nimm diese ebenfalls bewusst wahr. Dadurch wirst du weiter motiviert und freust dich auf die nächste Herausforderung.

Wie feierst du einen Erfolg? Nimmst du deine Erfolge als Selbstverständlichkeit hin? Wie lange genießt du einen Erfolg, bevor du wieder weitermachst?

Um deine täglichen Erfolge besser wahrzunehmen, möchte ich dir eine einfache, aber sehr effektive Übung vorstellen. Diese wurde im Rahmen des Projektes „DemOS“ (Demenz, Organisation, Selbstpflege) in einer Pflegeeinrichtung durchgeführt. Während eines Zeitraums von zwei bis drei Wochen sollte die folgende Maßnahme täglich umgesetzt werden: Jeder Mitarbeiter steckte bei Dienstbeginn eine Handvoll Bohnen in die linke Tasche. Bei jeder „gelungenen“ Begegnung mit Bewohnern oder Angehörigen wanderte eine Bohne aus der linken in die rechte Tasche. Dabei nahm sich der Mitarbeiter einen Moment Zeit, um sich die Bohne anzusehen und sich dabei das „gute Gelingen“ oder die erfahrene Zufriedenheit zu vergegenwärtigen. In der Übergabe wurden dann die Erfolge des Tages gefeiert. Jeder Mitarbeiter nahm die eigenen Bohnen aus der rechten Tasche in die Hand. Dann wurden die Bohnen bis auf eine in ein sogenanntes „Bohnenwertglas für Erfolge“ geworfen. Die zurückbehaltene Bohne symbolisierte den persönlichen Glanzpunkt des Tages. Das mit der Bohne verbundene Erlebnis wurde den anderen geschildert und die Bohne wanderte ebenfalls in das „Bohnenwertglas“.

Momentum: Dynamik schlägt Disziplin

Aller Anfang ist schwer.

(Sprichwort)

Die Schotterpiste nimmt einfach kein Ende. Sie führt kreuz und quer über die Insel. Mal geht es bergauf, mal bergab. Nur selten verläuft der Weg in der Ebene. Um mich herum nichts als Natur. Grenzenlose Weite und beängstigende Einsamkeit umgeben mich. Keine Menschenseele weit und breit. (mehr …)