Laufen

Glaube: Wovon du überzeugt bist, das wirst du erreichen

Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft

(Marie von Ebner-Eschenbach, 1830–1916)

Wovon hängt der Erfolg einer großen Laufexpedition ab?

Gute Vorbereitung – ja. Willenskraft – ganz sicher. Ausdauer – auf jeden Fall. Sicherlich auch von Faktoren wie dem Wetter oder dem Gesundheitszustand. Doch im Kern entscheidet der Glaube über Erfolg und Misserfolg einer Expedition. Du wirst nur ganz selten etwas erreichen, wovon du nicht zu hundert Prozent überzeugt bist. Ich kann mich körperlich noch so gut vorbereiten, unzählige Stunden in mein Training investieren, wenn ich jedoch nicht an mich, meine Stärken und an das Projekt glaube, werde ich scheitern.

Der Glaube ist die stärkste unsichtbare Kraft, die wir haben. Das wertvollste nicht-physische Eigentum. Glauben ist die Fähigkeit, das Unsichtbare zu sehen und sich das Unvorstellbare vorzustellen. Und genau das befähigt dich das zu erreichen, was die breite Masse in der Gesellschaft für unmöglich hält. Glauben heißt, von einer Sache felsenfest überzeugt sein, etwas mit jeder Faser seines Körpers zu wollen. Unser Leben wird in einem erheblichen Maße durch unsere Glaubenssätze geprägt. Denn: Was wir glauben, das leben wir. Und wir entscheiden, was wir glauben wollen.

Diese Kraft wird völlig unterschätzt, denn wir sind viel zu sehr an der Macht der Wissenschaft orientiert und viel zu wenig an der Macht des eigenen Glaubens.

Wir assoziieren in unserer Gesellschaft mit Glauben religiösen Glauben, doch nur der Glaube an dich und deine Fähigkeiten ist für deinen Lebenserfolg entscheidend. Ein starker Glaube befähigt dich dazu, Realitäten zu schaffen, die andere für unmöglich halten. Das habe ich als Extremsportler unzählige Male selbst erlebt. 1.120 Kilometer in 15 Tagen durch das australische Outback zu laufen, ist für die meisten Menschen unvorstellbar. Für mich war es dies anfangs auch. Doch dann veränderte ich mein Denken und meinen Glauben in Bezug auf dieses Vorhaben. Aus der anfänglichen Unsicherheit wurde immer mehr Gewissheit. Die Bedenken wandelten sich in Klarheit um. Die Zweifel verschwanden. „Run to the Rock“ wurde ein erfolgreiches Projekt. Ich schaffte es, weil ich von vorneherein fest daran glaubte, dass ich es schaffen kann. Wir erreichen etwas, weil wir glauben, dass wir es erreichen können. Frage dich deshalb: Hast du im Griff, was du glaubst? Oder hat dein Glaube dich im Griff?

Das Eigenartige dabei ist: Kein Mensch kann ihn sehen, er ist nicht greifbar und auch nicht messbar, aber der Glaube ist in Wirklichkeit der alles entscheidende Faktor, wenn wir über persönlichen Erfolg sprechen. Er stellt die Ursache und gleichzeitig die Basis für alle anderen Schritte dar. Der Glaube ist ganz eng mit deiner Sache und dem Erreichen deines Ziels verbunden.

Glaubenssätze entstehen durch Gedanken. Ein Glaubenssatz ist nichts anderes als ein Gedanke, den du so oft gedacht hast, dass du ihn für wahr hältst, und der täglich deine Lebensrealität spiegelt. Deine Glaubenssätze steuern eine Vielzahl deiner Gedanken. Diese erzeugen dann Gefühle. Aus diesen Gefühlen kommst du ins Handeln. Dein Handeln produziert deine Ergebnisse, die dann dein Leben werden. Sobald du es geschafft hast, deine Glaubenssätze zu verändern, veränderst du auch dein Denken.

Warum gibt es Menschen, die ihre eigenen Grenzen immer weiter verschieben, die scheinbar leichtfüßig von einem Erfolg zum nächsten eilen? Und wiederum andere, die stets nur in der eigenen Komfortzone bleiben? Es sind die Glaubenssätze, die den Unterschied ausmachen. Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob du glaubst „Ich muss bis zur Rente arbeiten“ oder ob du glaubst „Ich bin ab 40 finanziell unabhängig“. Es ist ein großer Unterschied, ob du glaubst „Das schaffe ich“ oder ob du glaubst „Das ist eine Nummer zu groß für mich“.

Wenn du dir in deiner Vorstellung den Erfolg vorstellst, aber glaubst, dass du scheitern wirst, dann wirst du scheitern. Denn der Glaube ist stärker als die Vorstellungskraft. Wenn du beispielsweise glaubst, Abteilungsleiter in deinem Unternehmen zu werden, gleichzeitig aber starke Zweifel daran hast, die auf der Gefühlsebene stärker sind als dein Glaube, dann werden deine Zweifel gewinnen und die Position des Abteilungsleiters bleibt unerreichbar.

Apropos Vorstellungskraft: Ich bin überzeugt davon, dass ein Mensch, der keine große Vorstellungskraft besitzt, sie nie trainiert und entwickelt hat, im Leben auch nichts Großes erreichen kann. Grundlage dafür ist der Glaube. Und dieser wiederum bildet die Grundlage für das zielgerichtete Einsetzen der Vorstellungskraft.

Wenn du deine großen Träume, Ziele im Leben verwirklichen möchtest, dann musst du deinen Glauben entwickeln und einsetzen. Wenn du felsenfest an deine Ziele glaubst, dann fühlst du die Gewissheit, dass deine Wünsche sich verwirklichen werden. In dem Moment akzeptierst du nämlich, dass Gedanken in Wirklichkeit Tatsachen sind, und dass im Leben immer das Realität wird, was im Einklang zu deinen Gefühlen steht. Du wirst, woran du glaubst.

Mein Impuls

In unserem Leben passiert immer das, woran wir glauben. Was du glaubst, wird früher oder später Realität. Egal ob du bewusst daran denkst oder nicht. Dein Geist funktioniert auf Basis deines Glaubens und deiner Glaubenssätze. Glaube ist eine Einstellung, eine innere Gewissheit. Wenn du felsenfest glaubst, dass du etwas schaffst, dann schaffst du es auch. Die Betonung liegt dabei auf felsenfest. Es dürfen keinerlei Zweifel bestehen. Wenn du glaubst, dass etwas eine Nummer zu groß für dich ist, dann wird es so lange eine Nummer zu groß für dich sein, solange du glaubst, dass es eine Nummer zu groß für dich ist. Handle jeden Tag so, als wäre die Sache, an die du felsenfest überzeugt bist, bereits Realität. Es gibt keinen wahren und falschen Glauben. Es gibt nur deinen Glauben.

Was glaubst du über dich? Über deine Zukunft? Über das Leben?

Mach dir deine Glaubenssätze bewusst. Schreibe alle Glaubenssätze, positive und negative, auf ein Blatt Papier.

Sei dabei bitte ehrlich zu dir selbst. Frage dich: Wer hat das zu mir gesagt? Wo kommt diese Überzeugung in Wirklichkeit her? Wie wirkt sich dieser Glaubenssatz in meinem Leben aus?

Ab in die Wüste – mein Expeditions-Seminar in den Oman beginnt

In zwei Tagen ist es soweit. Ein neuer Wüstenlauf steht für mich auf dem Programm. Dieses Mal zieht es mich in die Rub al-Khali, die größte Sandwüste der Welt im Oman. Ich kann es kaum erwarten, denn Expeditionen dieser Art unterscheiden sich deutlich von anderen. (mehr …)

Motive: Erkenne, akzeptiere und lebe deine Werte

Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie.

(Friedrich Wilhelm Nietzsche, 1844–1900)

Im Oktober 2012 nehme ich bei einem der anspruchsvollsten und gleichzeitig beeindruckendsten Wüstenrennen der Erde teil: dem Kalahari Extreme Marathon in Südafrika. Dieser Lauf geht über insgesamt 250 Kilometer in sechs Etappen durch den südlichen Teil der Kalahari Wüste. 45 Läuferinnen und Läufer aus der ganzen Welt sind am Start. Unter ihnen ein junger Mann, der sich schon aufgrund seiner äußeren Erscheinung deutlich von den anderen Läufern unterscheidet: Kian aus Singapur. 34 Jahre alt, Vater von zwei Kindern und fast immer gut drauf. Ein richtig lockerer Zeitgenosse ist das. Als ich ihn vor dem Lauf in Johannesburg zum ersten Mal sehe, denke ich: Hmmm, was will denn der hier? Von seinem Äußeren passt er eher zum Sumo-Ringen als zum Laufen. Der bringt mindestens 100 Kilogramm auf die Waage. Ein Koloss von einem Mann. Wie will denn der mit so einer Statue diesen sehr anspruchsvollen Wüstenlauf bestehen? Das schafft er nie. Absolut ausgeschlossen.

Als wir im Hotel unsere Rucksäcke für den Lauf packen, erzählt mir Kian stolz, dass er durch das Training für diesen Lauf bereits 20 Kilogramm abgenommen hätte. Von 125 auf 105 Kilogramm. Mehr aus einem Verantwortungsgefühl heraus frage ich ihn daraufhin: „Wie viele Marathons bist du denn schon gelaufen?“ Nach meiner Einschätzung hätte jetzt so etwas kommen müssen wie: schon dutzende Marathons und auch schon den einen oder anderen Ultramarathon. Kian aber reagiert völlig verblüfft und antwortet mir: „Ich habe noch keinen einzigen Marathon gemacht. Mein längster Wettkampf ging über zehn Kilometer.“ Ich denke mir im Stillen: „Wow. Das ist ja mal eine gute Basis für solch einen extremen Wüstenlauf. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er aufgibt.“

Für mich ist ein großes Dilemma, denn ich mochte ihn auf Anhieb und bin froh, dass er bei diesem Lauf dabei ist, aber ich habe – gelinde ausgedrückt – ernsthafte Bedenken. Ich bin wirklich drauf und dran, ihm zu sagen: „Junge, lass mal stecken, genieß einfach die Gegend, achte auf deine Gesundheit und fahr in einem der Begleitfahrzeuge des Organisationsteams mit.“

Am nächsten Tag geht das Rennen los. Die erste Etappe über 30 Kilometer ist zum Einlaufen gedacht. 40 Grad Celsius, gleißende Sonne, sandige Strecke. Extrem kraftraubend. Ich bin begeistert von der Landschaft, voll in meinem Element und komme locker ins Etappenziel. Und irgendwann, sehr viel später als alle anderen, erreicht auch Kian das erste Lager. Er ist gut gelaunt, doch wir haben ja noch 220 lange und schwere Kilometer vor uns. Auf der zweiten Etappe, die technisch deutlich anspruchsvoller als die erste ist, gilt es 38 Kilometer zu laufen. Fünf Läufer geben heute bereits auf. Doch Kian hält irgendwie durch, kommt nach 11 Stunden im Lager an. Völlig erschöpft, fix und fertig mit der Welt – aber er ist im Tagesziel. Auch die dritte Etappe hält er irgendwie durch. Am vierten Tag steht die Königsetappe an. 79 Kilometer am Stück. 79 Kilometer durch tiefen Sand, durch gnadenlose Hitze und später auch durch die Dunkelheit. Heute wird sich definitiv die Spreu vom Weizen trennen. Nach 16 Stunden ist der letzte Läufer im Camp angekommen, einige haben aufgegeben, nur einer fehlte überhaupt: Kian. Dann kommt die Nacht. Von Kian keine Spur. Am nächsten Tag geht wieder die Sonne auf. Von Kian immer noch keine Spur.

Doch als niemand mehr wirklich an ihn glaubt, torkelt er heran und finisht auch die Königsetappe. Hundemüde, völlig dehydriert und geschwächt. 27 Stunden hat er für diesen Abschnitt gebraucht, sich mutterseelenallein durch die Nacht gekämpft und nicht aufgegeben. Alle sind fassungslos.

Kian schafft auch noch die letzten zwei Etappen und beendet den gesamten Kalahari Extreme Marathon trotz enormen Übergewichts, entgegen aller Vorhersagen und gegen jede reelle Chance. Unglaubliche 73 Stunden und 10 Minuten ist er gelaufen!

Selbstverständlich musste ich ihn, den vermeintlich Ahnungslosen, anschließend fragen, was sein Geheimnis war. Wie hatte er das geschafft? Und warum hatte er sich diese übermenschliche Anstrengung angetan? Warum das alles?

Was war seine Antwort? Ebenso einfach wie auch sofort einleuchtend und schön: Ein bedeutendes soziales Projekt in seiner Heimat war der tiefere Hintergrund für seine Teilnahme. Dafür war er über seine Grenzen gegangen. Er war für Kinder in den Waisenhäusern Singapurs gelaufen. Jeder Kilometer brachte bares Geld für diese Kinder. Immer wenn es ihm extrem schlecht gegangen, immer wenn Verzweiflung aufgekommen war, hatte er an diese Kinder gedacht. Das imponierte mir sehr und ich kann mich heute noch lebhaft daran erinnern, wie seine Augen leuchteten, als er mir davon erzählte.

Wir können Kians Geschichte übertragen und diese Sinnfrage auch in anderen Bereichen stellen. Warum liest du dieses Buch? Warum gehst du deinem aktuellen Beruf nach? Warum stehst du jeden Morgen auf? Warum bist du mit deinem derzeitigen Partner zusammen?

Vielleicht hast du dir diese Fragen schon länger nicht mehr gestellt. Deshalb ermutige ich dich: Frage dich nach deinem innersten Motiv für die jeweilige Handlung. Von deinen Motiven gehen unerschöpfliche Kräfte aus.

Mein Impuls

Ein eigenes, konkretes und messbares Ziel zu haben ist enorm wichtig. Doch es muss noch etwas Weiteres hinzukommen, um langfristig Motivation zu verspüren: das dazugehörige Motiv.

Die Frage: Warum willst du dieses Ziel erreichen?, musst du dir beantworten können. Denn wenn du dein WARUM kennst, erträgst du auch jedes WIE. Jedes Motiv ist immer stärker als das Ziel.

Deshalb: Lerne deine Motive kennen! Beschäftige dich mit deiner Persönlichkeitsstruktur. Was sind deine persönlichen Motivationsknöpfe? Was treibt dich an? Warum führst du eine bestimmte Handlung aus? Erkenne, akzeptiere und lebe deine Motive! 

SEA2SEA +++ Expeditions-Ticker +++

 

++ 08.06.2017 ++

Wir haben es geschafft!!!

Heute Nachmittag gegen 16 Uhr erreichte ich gemeinsam mit meiner Begleiterin, der Journalistin und Fotografin  Carole Pipolo, das Kaspische Meer in Baku. 

Nach 1.030 km und 20 ereignisreichen Etappen geht die Expedition SEA2SEA erfolgreich zu Ende. Ich bin so überglücklich und dankbar, dass ich diesen Traum, vom Schwarzen Meer zum Kaspischen Meer zu laufen, in die Tat umsetzen durfte! 

Nun genieße ich den Moment und freue mich auf zwei weitere Tage in dieser tollen Stadt Baku. 

Vielen Dank an Euch alle, dass Ihr mich unterstützt und hier begleitet habt! 

++ 07.06.2017 ++

Was für eine Etappe! 
Über die heutige Distanz von 66 km machten uns Hitze, Gegenwind und die gut befahrene Straße zu schaffen. Nun freue ich mich hundemüde auf mein Zelt. 

Nur noch 60 km bis Baku!

++ 06.06.2017 ++

Heute sind wir in Samaxi angekommen. Dies liegt ca. 120 km von Baku entfernt. 

Zuvor absolvierten wir unsere 18. Etappe mit vielen Anstiegen und tollem Wetter. Ich hatte viel Spaß und fühlte mich sehr gut. 

Drückt mir die Daumen, dass alles klappt, denn dann erreichen wir bereits übermorgen das kaspische Meer!

++ 05.06.2017 ++

Von Qabala nach Ismayilli führte uns die 17. Etappe nun. Sie war leider sehr zäh und erschöpfend. Permanente An- und Abstiege sowie fehlender Schlaf waren die heutigen Hürden. In der vorangegangenen Nacht suchten ein halbes Dutzend Moskitos unser Zelt heim…

Die Länge der kürzesten Etappe (44 km) fühlte sich somit wesentlich länger an, als sie eigentlich war. 

Die heutige Nacht kann nur besser werden. Sicher sind meine Akkus morgen wieder aufgeladen.

++ 04.06.2017 ++

Wir begegneten auf der heutigen 16. Etappe vielen netten Menschen mit denen wir tolle Gespräche führten. Dadurch merkten wir kaum, wie die Etappe voranschreitete und wir unser Ziel Qabala schließlich erreichten. 

Noch 215 km bis Baku!

++ 03.06.2017 ++

Hochzufrieden und ausgepowert liege ich im Bett. Wir haben heute 60 km und 1200 Höhenmeter bewältigt, um schließlich gegen 19:30 Uhr Oguz zu erreichen. Die Etappe war heute wieder sehr kraftraubend aufgrund der langen Anstiege. Doch das Wetter und das Panorama liesen mich die Strapazen sehr schnell vergessen.

771 km haben wir bis hierhin schon geschafft. In 5 Tagen möchten wir Baku erreichen. 

++ 02.06.2017 ++

Heute Nacht soll es gewittern, weshalb wir unser Nachtlager im Nebenraum eines Cafés nahe der Stadt Seki aufgeschlagen haben. 

Die Etappe war heute sehr schön und kurzweilig. Meine Kräfte sind zurückgekehrt. So kann es weitergehen!

++ 01.06.2017 ++

Die heutige 13. Etappe führte uns von Balakan nach Zaqatala. Die Wärme erschwerte das Laufen und lies meine Beine müde werden. Nach 46 km erreichten wir unser Ziel, worüber ich sehr froh war. Heute übernachten wir wieder im Zelt an der Straße zwischen Zaqatala und Seki. 

Nun sind es noch 350 km bis Baku.

++ 31.05.2017 ++

Gestern war ein unglaublicher Tag! Bislang definitiv die schönste, ereignisreichste und intensivste Etappe. Wir hatten so wunderbare Begegnungen…. Zwei alte Frauen am Straßenrand beschenkten uns mit Kirschen, ein LKW-Fahrer schmetterte uns fröhlich ein „Welcome to Georgia“ entgegen. Eine Familie lud uns zu Vodka und Bier ein. Letzteres haben wir natürlich dankend abgelehnt…

Am Abend gingen wir einer Einladung eines Farmers nach und aßen mit seiner Familie zu Abend. Anschließend nächtigten wir unter einem wundervollen Sternenhimmel. 

++ 30.05.2017 ++

HALBZEIT! 

Ab heute wird rückwärts gezählt! Diese Tatsache ist für mich mental ungemein wichtig. 

++ 29.05.2017 ++

Etappe 10 nach Badiauri stand heute auf dem Plan. Es war ein schwieriger Abschnitt für mich, ich fühlte mich sehr müde. Trotzdem es am Nachmittag besser wurde, war ich wirklich froh, als wir nach 55 km Badiauri endlich erreichten. 

++ 28.05.2017 ++

Die meiste Zeit von Etappe 9 sind wir heute am Highway entlang gelaufen. Hier war Konzentration gefragt, da viele LKW unterwegs waren. Nach unserem Fauxpas gestern bin ich heute über insg. 52 km sehr gut voran gekommen. 

Noch 130 km bis Aserbaidschan!

++ 27.05.2017 ++

Die heutige 8. Etappe war ein Highlight der etwas anderen Art. Wir starteten von Mtskheta Richtung Abanos Khevi-Tolenji. Als wir nach einiger Zeit in eine Sackgasse liefen, stellten wir fest, dass wir uns verlaufen hatten. Nun nächtigen wir wieder in der Nähe von Mtskheta – nachdem wir einen Umweg von satten 45 km (!!!) auf uns nehmen mussten. 

Es kann nur besser werden!

++ 26.05.2017 ++

Heute bekamen wir im wahrsten Sinne des Wortes ordentlich Gegenwind, was das Vorankommen merklich erschwerte. Unser Etappenziel heute ist Mtskheta – die ehemalige Hauptstadt Georgiens. 

++ 25.05.2017 ++

54 km war die 6. Etappe lang und endete in Gori. 

Nach schier unendlichem Dauerregen wurde uns heute ein wunderbarer, sonniger Tag beschert mit einem strahlend blauen Himmel. Das Laufen fällt so automatisch leichter. 

Auch heute erlebten wir wieder grenzenlose Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Einheimischen. Ich bin unglaublich dankbar, dass ich hier sein darf!

++ 24.05.2017 ++

…leider wurde ich nicht erhört. Die komplette Etappe war verregnet. Dennoch haben wir 60 km geschafft und sind gut in Khashuri angekommen. 

Heute gibt es köstliche Pasta Bolognese aus der Tüte, danach folgt der wichtige und erholsame Schlaf. 

++ 24.05.2017 ++

Gleich starten wir nach einem herrlichen Frühstück  in die 5. Etappe in Richtung Khashuri. Ich hoffe, wir bleiben heute vom Regen verschont…

++ 23.05.2017 ++

Etappe 4 haben wir heute erfolgreich beendet. Es lief sehr gut, wir haben wieder viel erlebt und gesehen. Heute übernachten wir im Guest House in dem kleinen Dorf Aktsuri. Dessen Besitzer haben uns spontan auf eine Geburtstagsparty eingeladen. Die Gastfreundschaft dieser Menschen fasziniert mich. 

++ 22.05.2017 ++

Nach einer langen Etappe sind wir gestern in dem Dorf Adigeni angekommen. Mir geht es wirklich hervorragend, was u.a. auch an den unzähligen Eindrücken und Begegnungen, umringt von wunderschöner Landschaft, liegt. 

Die Wege sind matschig und ziemlich aufgeweicht, was das Laufen deutlich erschwert. 

++ 21.05.2017 ++

Gerade laufe ich durch das Dorf Khulo mit bereits 82 km in den Beinen. Die Strecke ist sehr anspruchsvoll, da viele Höhenmeter zu bewältigen sind. Dennoch läuft es bislang sehr gut. 

Noch 18 km trennen mich vom heutigen Etappenziel Nr. 2.

++ 19.05.2017 ++

Meine Fotografin Carole und ich sind um 3:30 Uhr in Tiflis angekommen. Knapp 400 km mussten wir noch zurücklegen bis nach Batumi. Das Wetter ist ähnlich wie zu Hause  – verregnet und etwa 16°C.

Wir hatten noch viel Organisatorisches zu erledigen. Dabei stellten wir fest, dass der Vermieter unseres Appartements in Batumi aus Karlsruhe kommt. 

Morgen geht es los!

Extrameile: Es darf ruhig auch mal weh tun

Wenn einer von dir verlangt, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh mit ihm zwei.

(Jesus)

Wenn du zehn Liegestütze machst, welche davon ist die wichtigste? Antwort: die Elfte. Bei den Liegestützen mache ich jeden Tag nur einen Satz und gebe dabei alles. Also so viele Liegestütze wie möglich. Und wenn ich absolut nicht mehr kann, dann mache ich noch einen Liegestütz. Diesen „Extra-Liegestütz“ schaffe ich nicht jedes Mal. An manchen Tagen klappt es, an anderen wiederum nicht. Das ist nicht schlimm. Mir geht es dabei um das Prinzip, das dahinter steht. (mehr …)

Stolpersteine: Kleine Dinge – Große Auswirkungen

Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel.

(Konfuzius, 551 –470 v. Chr.)

Verdammt, ist das ärgerlich! Eben ist mir beim Bergablaufen ein winzig kleiner Stein in den Schuh gerutscht. Bei meinem rechten Schuh hat sich vor einer Stunde meine Gamasche gelöst, die dafür sorgt, dass der Schuh frei von Steinen bleibt. Halb so wild, denke ich mir. Ich habe schon fast 90 Kilometer zurückgelegt. Noch über 70 trennen mich vom Ziel. Ich sollte kurz anhalten und den Schuh ausziehen. Doch dann verliere ich Zeit, kommt es mir gleich in den Sinn. Ist ja nur ein kleiner Stein, relativiere ich den Zustand. Beim nächsten Verpflegungspunkt reicht es ja noch aus.  (mehr …)

Absolut: Es geht nur um dich

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.

(Soren Kierkegaard, 1813–1855)

Immer wieder ein Abenteuer zu suchen, ins Unbekannte aufzubrechen, eine völlig neue Erfahrung zu machen, fasziniert mich ungemein. Das stellt für mich die Essenz des Lebens dar. Pure Lebensfreude. Aber auch das traditionelle Laufen und die klassische Leichtathletik begeistern mich nach wie vor. Vor Mittelstrecken wie beispielsweise einem 800 Meter-Lauf habe ich allergrößten Respekt. In diesem Sport entscheiden oft Hundertstelsekunden über Gold, Silber und Bronze. Ein Rennen, das mir bis heute sehr lebendig in Erinnerung geblieben ist, war der Finallauf über 800 Meter bei den Olympischen Spielen in London im Jahr 2012.

Ich habe dieses Ereignis deswegen noch lebhaft vor Augen, weil bei diesem Rennen alle acht Läufer unter einer Zeit von 1:44 Minuten blieben, was es zuvor noch niemals gegeben hatte. Sieben der acht Finalisten stellten eine persönliche Bestzeit auf. Unglaublich! David Rudisha, ein Ausnahmeläufer aus Kenia, gewann dieses Finale und stellte mit seiner Zeit von 1:40:91 Minuten einen neuen Weltrekord auf. Damit verbesserte er seine eigene Bestzeit, die er vor zwei Jahren in Rieti aufgestellt hatte, um eine Zehntelsekunde. Was viele Menschen vielleicht nicht mehr wissen: Der zweitplatzierte Nijel Amos aus Botswana lief mit 1:41:73 Minuten die achtbeste Zeit aller Zeiten und stellte einen neuen Junioren-Weltrekord auf. Er machte das Rennen seines Lebens und lief eine neue persönliche Bestzeit. Ein riesengroßer Erfolg. Doch er wurde mit seiner Rekordzeit eben „nur“ Zweiter. Doch jetzt kommt es darauf an! Was war sein Ziel gewesen? War es sein Ziel, sein Bestes zu geben und einen persönlichen Rekord aufzustellen? Dann fühlte er sich mit seiner Silbermedaille wie im siebten Himmel. Oder war es sein Ziel, der Beste zu sein und Gold zu gewinnen? Dann war Nijel Amos gescheitert. Er würde den zweiten Platz als bittere Niederlage empfinden.

Gold zu holen – das klingt nach einem absoluten Ziel, es ist aber nur ein relatives. Warum? Weil die Leistung eines Menschen immer mit der von anderen verglichen wird. Viele Menschen setzen ihre Ziele in Konkurrenz zu anderen, also in Relation zu deren Leistung. Sie orientieren sich am Außen. Das ist kontraproduktiv. Relative Ziele sind der direkte Weg in die permanente Unzufriedenheit, denn es gibt fast immer jemanden, der besser ist als du.

Deshalb: Vergleich dich nicht mit anderen. Ein relatives Ziel kann nie deine eigene Leistung messen, denn die Umstände, die einen Menschen an die Spitze bringen, liegen nicht in deiner Hand. Alles, worüber du bestimmst, ist deine eigene Leistung. Setz dir deshalb absolute Ziele. Lauf doch lieber dein eigenes Rennen, geh deinen eigenen Weg, begib dich auf deine eigene Reise. Das ist zugegebenermaßen nicht immer einfach. Schon in frühester Kindheit bekommen wir das Konkurrenzdenken und das Vergleichen mit anderen eingeimpft. „Schau mal, der Peter, der hat ein Tor mehr geschossen als du.“ „Ja, unser Georg ist schon mit acht Monaten gelaufen.“ „Und unsere Katharina ist Klassenbeste und hat fünf Einser im Zeugnis stehen.“ Durch die Beschallung der Medien wird das „Besser-als-jemand-anders-sein“-Denken weiter angestachelt.

Bei meinen sportlichen Projekten setze ich mir nur absolute Ziele. Eine bestimmte Platzierung interessiert mich schon seit Jahren nicht mehr. Das war zu Beginn meiner Laufkarriere noch bedeutend für mich. Doch seit ich mich nicht mehr mit anderen im Wettbewerb messe, ist meine Zufriedenheit beim Laufen viel höher. Ich kreiere mir meine eigenen Laufabenteuer. Das mache ich nicht, um einzigartig zu sein und mich von der Masse der Läufer abzuheben. Mir geht es vor allem um die Qualität einer Erfahrung, um die Intensität eines Erlebnisses, um das eigentliche Abenteuer. Dies lässt sich sowieso nicht auf Minuten und Sekunden bestimmen.

Mein Impuls

Vergleich dich nicht mit anderen. Gib dein Konkurrenzdenken auf. Ein relatives Ziel kann nie deine eigene Leistung messen, denn die Umstände, die einen Menschen an die Spitze bringen, liegen nicht in deiner Hand. Alles, worüber du bestimmst, ist deine eigene Leistung. Setze dir deshalb absolute Ziele.

Es geht nicht darum, besser als jemand anders zu sein. Es geht nur darum, besser als dein früheres Selbst zu sein. Frag dich deshalb immer, wenn du dir ein Ziel setzt: Ist es ein absolutes oder ein relatives Ziel?

Pausen: Auf die Balance zwischen Belastung und Erholung kommt es an

Was keine Pause kennt, ist nicht dauerhaft.

(Publius Ovidius Naso, 43 v. Chr.–17 n. Chr.)

Meine sportlichen Abenteuer bewegen sich oft am Limit. Die Belastungen für Körper und Geist gehen natürlich an die Substanz, deshalb ist es enorm wichtig, sie auch entsprechend zu kompensieren. Mein Erfolgsgeheimnis lautet dabei: Pausen. (mehr …)

Momentum: Dynamik schlägt Disziplin

Aller Anfang ist schwer.

(Sprichwort)

Die Schotterpiste nimmt einfach kein Ende. Sie führt kreuz und quer über die Insel. Mal geht es bergauf, mal bergab. Nur selten verläuft der Weg in der Ebene. Um mich herum nichts als Natur. Grenzenlose Weite und beängstigende Einsamkeit umgeben mich. Keine Menschenseele weit und breit. (mehr …)

Visualisierung: Warum es so wichtig ist, seine Ziele aufzuschreiben – Teil II

Im letzten Blogbeitrag habe ich Dir bereits erklärt, wieso es so wichtig für uns ist, dass wir uns unsere Ziele aufschreiben. Heute möchte ich Dir eine Art Anleitung mit auf den Weg geben, wie Du das Prinzip der Schriftlichkeit am effektivsten für Dich nutzt.

Das tägliche bewusste Auseinandersetzen mit unseren Zielen ist entscheidend. Es gibt nur einen Weg, damit du deine Ziele wirklich angehst und schlussendlich auch erreichst: Schreib sie auf! (mehr …)