Morgen in einer Woche geht es los. Dann fliege ich in die Mongolei für mein neues Abenteuer „Expedition Gobi“. Ich kann es gar nicht mehr erwarten. Allein der Gedanke lässt mein Herz schneller schlagen. 580 Kilometer alleine durch die Gobi…Die Vorbereitungen laufen nach Plan. In den letzten Tagen wurde ich immer wieder gefragt, ob es denn in der Wüste Gobi giftige Tiere gibt. Mit der Fauna und Flora der Gobi habe ich mich intensiv befasst. Dabei bin ich auf ein Tier gestoßen, das in mir zunächst ein starkes Unwohlsein hervorgerufen hat (um es mal milde auszudrücken): der Allghoi Khorkhoi, auch bekannt als Mongolischer Todeswurm. Er hat einen weichen, dicken Körper, der zwischen 60 und 120 cm lang ist.

Nach Berichten von Nomaden, die rund um die Wüste Gobi leben, lebt der Allghoi Khorkhoi unter der Erde. Wird er aber von etwas angelockt – er soll auf die Farbe Gelb reagieren – bewegt er sich knapp unter der Erdoberfläche auf sein Opfer zu, streckt dann den Oberkörper an die Oberfläche und beginnt sich aufzublähen. Dadurch bilden sich viele kleine Blasen auf seiner Haut, aus denen ein Gift gespritzt wird, das so tödlich ist, dass es einen Mann und sogar ein Kamel bei bloßer Berührung sofort töten kann. Andere sprechen auch vom Tod durch elektrische Schläge.

Aber: Die Existenz des Allghoi Khorkhoi ist höchst zweifelhaft, vor allem in der beschriebenen Form. Trotz des angeblich wurmförmigen Aussehens dürfte es sich, falls er wirklich existieren sollte, schwerlich um einen Wurm handeln. Im heißen, trockenen Klima der Wüste Gobi könnte ein Lebewesen, das ähnlich wie ein Wurm aufgebaut ist, niemals überleben; es würde schnell austrocknen, da Würmer keine Flüssigkeit speichern können. Wenn man den Allghoi Khorkhoi einer der Zoologie bekannten Spezies zuordnen müsste, entspräche er am ehesten der Wüstentodesotter. Von dieser in Australien vorkommenden dicken Schlange gibt es rötliche Variationen. Sie lebt in heißen, trockenen Gebieten und besitzt ein überaus potentes Gift, das für Menschen sehr gefährlich ist, wenn es in die Blutbahn eindringt. Am wahrscheinlichsten ist deshalb: Entweder lebt in der Wüste Gobi eine bisher unentdeckte Schlangenart mit einem der Todesotter ähnlichen Erscheinungsbild, deren Gefährlichkeit durch Übertreibungen und Aberglauben aufgebauscht wurde, oder dieses Wesen muss gänzlich der Fantasie der dort ansässigen Nomaden entsprungen sein. Ich lasse mich mal überraschen 😉