Die Zeit rast. Nun bin ich schon wieder eine Woche in Deutschland. Mit meinen Gedanken weile ich nach wie vor häufig in Patagonien. Feuerland hat mich einfach gepackt und lässt mich noch immer nicht los. Wenn ich mir die vielen Fotos Bilder anschaue, bekomme ich jedes Mal aufs Neue Gänsehaut und denke mir: „Wow, war das ein packendes und aufregendes Abenteuer!“ Für mich ist das wirklich die allerhöchste Lebensqualität. Dieses simple Leben in der Wildnis, mit wenig Gepäck und vielen Erlebnismomenten – das ist meine Welt.

Erst gestern habe ich zum ersten Mal in einem Vortrag – ganz spontan – über „FIRE & ICE“ gesprochen. Der Part war nicht vorbereitet. Es ist einfach über mich gekommen.

Wenn ich über meine Erlebnisse in Feuerland erzähle, tritt fast jedes Mal auch die Frage auf: „Was hast du denn während des Laufes so gegessen?“ Eine berechtigte Frage. Alles, was leicht ist und viele Kalorien beinhaltet, lautet dann stets meine Antwort. Dass man während solch einer Laufexpedition kein 5-Gänge-Menu erwarten darf, versteht sich ja von selbst. Von was habe ich mich nun ernährt?

Morgens Kaba, tagsüber Riegel und Nüsse und abends Pasta und Suppen, lautete mein Ernährungsplan. Ein Highlight war jeden Morgen mein Peronin, eine Komplettnahrung in flüssiger Form mit zugesetzten Vitaminen und Mineralstoffen. Schnell und einfach zuzubereiten. Und die 100g Packung beinhaltet fast 500 Kalorien. Der Kakaogeschmack ist echt lecker. Und vor allem, den Kakao mitten in der Pampa, unter freiem Himmel, weitab jeglicher Zivilisation zu trinken, ist das schon etwas Besonderes. Luxus pur!

Während des Laufens stellten Nüsse eine wesentliche Energiequelle dar. Macadamianüsse zum Beispiel. Eine 125g Packung hat über 900 Kalorien. Anfangs freute ich mich auf jede einzelne Nuss, die ich mir genüsslich in den Mund schob. Aber nach dem siebten Tag hatten die Nüsse ihren kulinarischen Anreiz definitiv verloren. Doch das Geschmackerlebnis rückt bei solch einem Abenteuer definitiv in den Hintergrund. Was zählt, sind die zugeführten Kalorien. Sie geben die Kraft, weiterzulaufen.

Wenn Carole, meine Fotografin, und ich am Abend das Zelt aufbauten, konnten wir es gar nicht erwarten, unseren Gaskocher anzuschmeißen, Wasser aufzusetzen und unsere Nudeln und Suppen zu uns zu nehmen. Aus der Tüte versteht sich. Das waren dann weitere 600 bis 800 Kalorien. Und stellten vor allem den Segen einer warmen Mahlzeit dar! Besonders, wenn wir nach Dauerregen und orkanartigen Windverhältnissen richtig durchgefroren waren, freuten wir uns wie kleine Kinder auf das Abendessen. Wir saßen einfach nur in unserem Zelt, waren glücklich, ein Dach über dem Kopf zu haben und hörten dem Treiben der Naturgewalten zu, während wir genüsslich unser Abendessen zu uns nahmen.

Als abschließenden kulinarischen Tageshöhepunkt gab es meist ein kleines Stückchen Schokolade. Und wie habe ich mich bereits tagsüber auf diese Belohnung „Süßigkeit“ gefreut. Das war Motivation pur!

Über meine Begegnungen und wen ich in Feuerland speziell alles getroffen habe, könnt ihr in meinem nächsten Blogbeitrag lesen.