Die Zeit rast. „FIRE & ICE“ liegt bereits vier Wochen zurück. Sehr oft noch kreisen meine Gedanken um die wilde und raue Landschaft Feuerlands und die wunderbaren Momente, die ich dort erleben durfte. Gestern Nachmittag war die Sehnsucht besonders intensiv. Ich lief eine herrliche Strecke durch den Nordschwarzwald, bei Dauerregen und leichtem Wind, als viele Bilder aus „FIRE & ICE“ wieder in mir hochkamen. Einfach so. Die grenzenlose Weite und beängstigende Einsamkeit, die ich dort erfahren durfte. Das Heulen und Pfeifen des orkanartigen Windes. Der peitschende Regen und die markstückgroßen Hagelkörner, die wie spitze Nadeln gegen mich schlugen. Meine klammen Hände und das Bibbern meiner Zähne vor Kälte. Das laute Knacken der Achse des Babyjoggers, bei der mir fast das Herz stehenblieb. Die Nächte im Zelt inmitten der Pampa, weit weg von der Zivilisation. Die bereichernden Gespräche mit Carole, die nicht nur eine exzellente Fotografin ist, sondern ohne die ich dieses Abenteuer nicht erfolgreich zu Ende hätte bringen können. Das permanente Scheuern des Gurtes an meiner Hüfte, mit dem ich den Babyjogger zog. Das kleine Schaf, das wir unterwegs aus einem Matschloch zogen und ihm damit ein zweites Leben schenkten. Die heruntergekommene Hütte kurz vor der argentinischen Grenze, die uns in dieser Nacht vor dem Sturm rettete. Die unzähligen Guanacos und Schafe, die die langen Etappen abwechslungsreicher gestalteten und über deren Gesellschaft wir uns sehr freuten. Florencia und Aldo, Menschen mit einem großen Herzen, die uns halfen, mitten in der Pampa wieder auf den richtigen Pfad zu kommen (als wir uns ein wenig verirrt hatten). Die erste Dusche nach zwölf Tagen, als ich in Ushuaia ankam. Warmes Wasser – Luxus pur! Das erste Essen in der Zivilisation: ein riesengroßes, saftiges argentinisches Rindersteak, darüber zwei Spiegeleier und viele fettige Pommes. Ein kulinarischer Hochgenuss!…

Alle diese wunderschönen, schwierigen und erlebnisreichen Momente kamen wieder in mir hoch. Als wäre es gestern gewesen. Mit Gänsehaut und einem breiten Grinsen setzte ich meine Laufrunde fort. Du hast wieder einen deiner Träume gelebt, ging es mir durch den Kopf. Und ein weiterer Gedanke, genauer gesagt ein Zitat, kam mir in den Sinn. Dieses hat mir vor Jahren eine Backpackerin mit auf den Weg gegeben: „Sei nicht traurig, dass es vorbei ist. Freue Dich, dass Du es erleben durftest“. Wie Recht sie doch hat.